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Weihnachtspost im April

In diesen Tagen erreichten meine Familie und mich zwei Weihnachtskarten.

Eine kam aus der Gegend hier um Wartburg, die andere aus Deutschland. Beide kamen Ende April bei uns an. Offensichtlich spielt die Entfernung bei der Verspätung keine große Rolle. Ein Freund erzählt mir, dass ein Brief aus seiner Familie, der 2016 versendet wurde, unlängst wieder beim Absender als unzustellbar abgeliefert wurde. Schuld an der Verspätung und dem Verschlampen – ist wohl klar – ist die südafrikanische Post, die mich auch schon mal mehr als ein Jahr lang auf Post warten ließ. Bestimmt hat jeder von uns Ähnliches erlebt. Inzwischen ist die südafrikanische Post schon mal wieder insolvent. Bei dem allen wirkt ihr selbsterwähltes Motto wie ein Witz: „We deliver, whatever it takes“…

Ihr Lieben, bei unsrer Post ist solch ein Motto Wunschdenken. Wie gut, dass wir einen Gott haben, der seine Versprechen immer einhält, kostet es ihm, was es mag. Ein Gott, der immer liefert, was er zusagt; der immer hält, was er verspricht; der seine Versprechen alle einlöst, und wenn er auch aus der Ewigkeit in unsere Zeit hineinwirkt; sein Wirken kommt nie zu spät.

Einmal sendet der Gott der Herr seinen heiligen Geist zu seiner Kirche, wie er versprochen hat. Christus spricht:

„Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht. … Er wird euch in alle Wahrheit leiten… Er wird mich verherrlichen.“ (Joh 16,7f.13f.)

Diese Verheißung hat Christus zu Pfingsten wahr gemacht. Er hat der Kirche seinen Heiligen Geist gesandt, und anders als bei der südafrikanischen Post ist der auch tatsächlich angekommen und wirkt bis heute unter uns – er tut der Kirche und aller Welt die Augen auf über die Sünde und die Gerechtigkeit und das Gericht, er leitet uns in alle Wahrheit durch das Wort des Herrn, und er verherrlicht Christus, sodass viele Menschen zum Glauben an den Heiland kommen durch das Werk des Heiligen Geistes.

Zweitens aber sorgt dieser gleiche Heilige Geist dafür, dass unsere Gebete zu Gott den Herrn, die wir aus dieser Zeit und Welt an ihn richten, ihn auch tatsächlich erreichen und vor ihm wohlgefällig sind. So haben wir die Zuversicht: Auf den Heiligen Geist ist Verlass. Gott hört unsere Gebete – und er erhört sie ganz gewiss auch zu seiner Zeit.