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Der Auftrag des Vaters war vollbracht

In dem Lied „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ findet sich der Vers, wo der Vater im Thronsaal der Ewigkeit die Menschwerdung Jesu bespricht. Er sagt:

Das Lämmlein ist der große Freund

und Heiland meiner Seelen;

den, den hat Gott zum Sündenfeind

und Sühner wollen wählen.

„Geh hin, mein Kind, und nimm dich an

der Kinder, die ich ausgetan

zur Straf und Zornesruten!

Die Straf ist schwer, der Zorn ist groß,

du kannst und sollst sie machen los

durch Sterben und durch Bluten.


Der Sohn antwortet:

„Ja, Vater, ja, von Herzensgrund,

leg auf, ich will dirs gern tragen!

Mein Wollen hängt an deinem Mund,

mein Wirken ist dein Sagen.“

O Wunderlieb, o Liebesmacht,

du kannst, was nie ein Mensch gedacht:

Gott seinen Sohn abzwingen.

O Liebe, Liebe, du bist stark,

du streckest den in Grab und Sarg,

vor dem die Felsen springen.

So kam Er auf die Erde, den Willen des Vaters zu tun. Er ließ sich im Jordan taufen, um damit zu bekunden, dass Er bereit sei, an die Stelle der Sünder zu treten. Er ließ sich vom Teufel versuchen, um zu zeigen, dass Er, der andere Adam, nicht ebenso unterliege, wie der erste Adam. Wie hat Er von früh bis spät mit dem Aufgebot all Seiner Kräfte gearbeitet! Wie hat Sein Herz gearbeitet! Immer war Er mit brennendem Herzen bei Seiner Heilandsarbeit. Ihn jammerte des Volkes. „Jerusalem, Jerusalem, so oft habe ich dich sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein, aber du hast nicht gewollt!“ Keiner hat so schmerzlich die Zerrüttung der Menschen durch die Sünde empfunden wie Jesus. Sein ganzes Leben war ein Mitleiden und Mittragen an der Last der Sünde. Wie hat Er mit dem Zeugnis des Mundes um die Seele Seines Volkes gekämpft! Er wurde nicht müde, Gottes Reich zu verkündigen, die Sünde zu strafen, die Sünder zu trösten, die Liebe des Vaters zu preisen. Jede Stunde kaufte Er aus. Ob mittags am Jakobsbrunnen die Sonne brannte, ob sich die Nacht herniedersenkte wie bei dem Zwiegespräch mit Nikodemus, immer wieder spendete Er aus der unendlichen Fülle Seines Geistes Gnade um Gnade, Trost um Trost.

Christus hat vollbracht,

was uns Sünder selig macht.

Dieses Wort aus Seinem Mund

tut uns Sein Vermächtnis kund.

Sieh, Er sprach dies Wort für dich,

sprach’s für alle,

sprach’s für mich.

Alles, alles ist vollbracht,

was den Sünder selig macht.

Vollbracht! Dieses Wort soll uns fortan in die rechte Dankesstimmung bringen. Lass es uns immer wieder sagen, denn kein Wort ist dem himmlischen Vater so angenehm, dem Herrn erfreulicher, dem Teufel schrecklicher als dieses. Es soll uns fort und fort mahnen und trösten. Dass wir es in der letzten Stunde unseres Lebens doch alle dankerfüllt sprechen möchten! Das schenke der Herr in Gnaden.                                      Internet.de