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Wie man in Russland Ostern feiert

Wenn ihr eureOstereier sammelt, ist das nicht überall auf der Welt so. Es gibt ganz verschiedene Osterbräuche unter den Christen.

In Russland z.B. wird Ostern ganz anders und zu einer anderen Zeit gefeiert als bei uns. Einen Osterhasen kennen die Menschen in Russland nicht. Eier werden nicht im Garten versteckt. Aber gefärbte Eier und einen besonderen Osterkuchen – das mögen russische Kinder ebenso gern wie ihr. Das russische Wort für Ostern „paskha“ stammt vom jüdischen Wort „Pessah“ ab. Und das hat folgenden Grund: Als Jesus gekreuzigt wurde, war in Jerusalem viel los. Jesus gehörte dem jüdischen Volk an. Es feierte gerade ein großes Fest. Bis heute nennen es die Juden das „Pessahfest“.Mit diesemFest erinnern sie sich an ihre Flucht aus Ägypten. Sie mussten in Ägypten als Sklaven arbeiten.

Moses bekam vonGott denAuftrag,mit seinemVolkweg zu ziehen. Zuerst teilteMoses das Meer in zwei Teile. So gelangten siewohlbehalten ans andereUfer.Danachwanderten sie viele Jahre durch die Wüste. Sie hatten nur wenig zu essen. Beim „Passahmahl“ erinnern sich die Juden daran, dass es ihnen schlecht gegangen ist und sie nun nicht mehr hungern müssen. So ähnlich ist das auch in der russischen Osternacht. Wenn in der Osternacht die Glocken läuten, kommt der russische Kuchen „Kulitsch“ auf den Tisch. Der schmeckt nach der langen Fastenzeit besonders gut. Fasten heißt: Kinder dürfen sieben Wochen lang keine Süßigkeiten essen.

Am Abend vor Ostern bringen die Menschen Eier und Kuchen zum Segnen in die Kirche. Der Gottesdienst kann so lange dauern wie ein ganzer Schultag. Deshalb dürfen Kinder und Erwachsene kommen und gehen, wann immer sie wollen. Und dann heißt es: Warten bis Mitternacht. Endlich geht der Vorhang auf. Der Priester zeigt denMenschen brennende Kerzen und ruft ihnen zu: „Jesus ist auferstanden.“ Alle Menschen freuen sich, dass Jesus nun lebendig ist. Am nächsten Morgen gehen die Familien zum Friedhof und besuchen die Gräber ihrer Verwandten. Sie prosten und rufen sich zu: „Chrisstoss wasskrjess“ (Christus ist auferstanden) und antworten: „Woisstinu wasskrjess!“ Tatsächlich ist er auferstanden. Ich wünsche euch Frohe Ostern. Nach dem Ostergottesdienst könnt ihr Ostereier suchen im Garten neben dem Pastorat. Viel Spaß dabei. Dr. Nicole Knaack