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Eri Hillermann

Ich wurde am3. Februar 1931, in einem Sanatorium in Estcourt, geboren und dann am 8. April 1945 in der Lutherischen Kirche, Empangeni, Natal konfirmiert.

Ich erlebte eine sehr schöne Kindheit auf der Farm meiner Eltern “Longwood” wo ich aufwuchs. Ich spielte gerne mit meinen Puppen wovon ich heute noch eine habe, mit dem schönen Namen, Monica. Auf der Farmwar es so, dassmeineMutter eineGehilfin hatte, die ihr kleines Mädelmit zur Arbeit brachte ummitmir zu spielen. So habe ich aus keinem Buch das Zulusprechen gelernt und darf es heute auch noch sprechen. Hochdeutsch, Plattdeutsch und Osnabrück habe ich von meinen Eltern, Cousins und Kusinen gelernt. Vomsechsten Lebensjahr besuchte ich die Schule inMoorleigh. Ein weiter Schulweg, mit Eselkarre bis zum Hauptweg, und von da noch so 10 Kilometer mit einem Bus.

Nach 8 Jahren Schulzeit war ich zu Hause bei meinenEltern,wo ichHaushalt und vielesAndere gelernt habe. Einigemale holten auch Familien mich ab um ihre Kinder auzupassen. Das hat mir viel Freude gemacht. Im Jahre 1948 wollte ich gerne das Nähen lernen, und so kam ich nach Wartburg zu einer Frau von Ahlften umdort einen Nähkursus beizuwohnen. Ich war dann 4 Monate da. Jeden Sonntag ging ich mit zum Gottesdienst nach Kirchdorf und so habe ich zwischendurch auch meinen Willy kennen gelernt. Meine Cousins (Fortmanns) sagten:

“pass auf, hier sind viele Bachelors”,

einer noch schöner als der Andere. Du wirst noch hier hängen bleiben. Ja, das bin ich auch…die Musik hat übernommen und dazu geholfen und so bin ich heute noch hier. Willy und ich heirateten am16. Juni 1950 in derMoorleighkirche, und in der Halle gab es dann die Hochzeitsfeier. Danach ging es zur Farm nach “Felsborn” in der Nähe von Wartburg. Nun fing das Leben an interessant zu werden.

Einen grossen Garten mit Baumschule wurde dort bearbeitet, dazu war ich 15 Jahre Sekretärin bei den Gebrüder Hillermann im Büro. OnkelEdiRencken arbeitete auch 4 Jahre bei uns und er sagte desÖfteren; „ja, euer Deutsch hier im Büro ist halb englisch, so richtige Rooineks”. Ich habe versucht in der Zeit mein Deutsch zu verbessern. Zwischendurch habe ich viel genäht für meine Schwester, Waltraut, und ihreMädels Ilmaund Edith, so wieKleider, Schuluniformund dann auch die Hochzeits- und Brautführerin Kleider. Auch für meine Schwägerinnen nähte ich gern, denn dieses alles hat mir immer viel Spass gemacht. Bei der Frauenschaft war ich 25 Jahre Geschirrwärtin. Einige Jahrelang haben meine SchwesterWaltraut und ich,mit unseren Küchengehilfinnen, unsere schöneHalle alleine gesäubert. EinesTages an einemDonnerstag war ich zusammen mit meinen 4 Mädchen, aber ohne meiner Schwester, beim Säubern. Es wurde schon spät und Willy hatte uns noch nicht abgeholt.

Wir hatten ja zu der Zeit nicht unbedingt einen Führerschein. So kam es denn, dass die ersten Bläser schon zur Übstunde ankamen. Ich hatte schon so im Stillen gehofft, dass Schwager John da ist und uns sicherlich schnell nach Hause fahren würde. Inzwischen war Willy nach Hause gekommen und das Küchenmädchen fragte ihn ganz verwundert: “Uphi uNkosazane na mantombasane?” er hatte tatsächlich vergessen uns abzuholen. Da ist er aber schnell wieder ins Auto gestiegen und hat uns gleich geholt. Die Sonne war schon hinter den Bergen weg und wir waren erschöpft…in englisch sagt man ja; “what a day!” Nun kommt es zur Jugend, die sich sehr oft bei uns auf “Felsborn” am Sonntagabend traf. Sie haben sowunderschön gesungen und dann gab es natürlich herrlich belegte Brötchen mit Kaffee und Tee. Willy und ich hatten gerne unsere Jugend beim Ferienhaus in Ballito.Wenn GT mitging blieb keiner zu Hause. Wir hatten dann auch mal die Gelegenheit mit zum Kailager an die Südküste zu fahren.

Dort mußten wir sogar mit kaltem Wasser duschen. Dieses alles hat uns beiden immer viel Spass gemacht. Es war eine wunderschöne Zeit in unserem Leben, zusammen mit der Jugend zu sein. WärendWilly und ich auf Felsborn wohnten sind wir viel gereist. Wir haben es immer sehr genossen alleine oder auch mit einer Gruppe etwas zu unternehmen. Ich zehre heute noch sehr an diesen schönen Erinnerungen. Nach 42 Jahren auf “Felsborn”, zogen wir umzu einemkleineren Haus und Garten auf der Farm “Uitvlught,” die in der unmittelbaren Umgebung ist. Leider waren wir dort nur 2 Jahre zusammen als Willy plötzlich starb. Ich blieb dann noch 3 Jahre alleine dort.

Dann gab es zufällig eine lehre Wohnung beim Kirchdorfer Altenheim zu haben. Nach guterÜberlegung zog ich hier inmeine jetztigenWohnung ein. Es sind nun schon 21 Jahre her und ich bin augenblicklich von allen Einwohnern am längsten hier. Noch führe ich den Haushalt gerne und ist es für mich die grösste Freude, dass ich dieses noch kann. Nunmöchte ichGemeinde Kirchdorf ganz herzlich danken für alle Liebe die ich empfangen habe in den 68 Jahren die ich schon hier in der Gemeinde verbracht habe.

Mit herzlichen Grüßen

Eure

Eri Hillermann