Lasset euer Licht leuchten!

Die Wartburg Village Association setzt sich zurzeit wieder dafür ein, dass in Wartburg die Straßenlampen mal wieder instandgesetzt werden sollen, damit sie uns in der Nacht die Straßen beleuchten. Schön wäre es auch, wenn das zustande kommt, denn im Dorf ist es nachts recht finster. Seitens der Behörden heißt es jedoch stets: ESCOM repariert keine Straßenlampen, sondern das muss die Dorfverwaltung machen – und das kostet viel Geld, und nach einer Reparatur werden die neue Bedrahtung und das neue Zubehör mit den Glühbirnen meist schnell wieder gestohlen.

Gott der Herr weist uns an ein anderes Licht, das nicht ausgeht: An den Messias und Meister, Jesus, den wir in der Epiphaniaszeit wieder als das helle Licht Gottes erkennen. Er kommt selbst in die Dunkelheit der Welt und in die Finsternis der Sünde, die in uns Menschenkindern herrscht. Hell leuchtet er und lädt Menschen ein zu dem herrlichen ewigen Licht Gottes. Er ruft aber auch uns auf, zu leuchten: lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen? (Mt 5,14–16) Was meint er denn damit?

Das erklärt er im Gleichnis der 10 Jungfrauen (Mt 25). Wir erinnern uns: Es wird Hochzeit gefeiert. 10 Jungfrauen machen sich eifrig auf, um mit der Braut dem Bräutigam fröhlich entgegenzueilen, der ihnen nach damaliger Sitte mit einer großen Gruppe von feiernden Freunden entgegenkommt, und wenn die beiden Züge sich treffen, vereinen sie sich und begleiten Bräutigam und Braut zu dem neuen Haus, das er für sie gebaut hat und in dem sie nun gemeinsam leben wollen. In dieses Haus zieht die fröhliche Menge ein, und dort wird voller Freude Hochzeit gefeiert. Aber – diesmal bleiben der Bräutigam und seine Freunde lange aus… Die Jungfrauen werden müde und schlafen ein. Als der Bräutigamszug endlich kommt – das Jauchzen und Singen weckt die Jungfrauen schon von ferne aus dem Schlaf – haben nur noch 5 Jungfrauen genug Öl, ihn zu begrüßen. Den andern ist das Öl ausgegangen; sie kommen deswegen zu spät und dürfen nicht mehr ins Haus zur Feier eintreten. Die klugen 5 haben brennende Lampen, freuen sich, den Bräutigam zu begrüßen, und begleiten ihn fröhlich singend mit der Braut bis zum Haus und hinein zur Feier.

Lasst nun euer Licht leuchten, sagt Jesus, das Licht der Welt. Wir tun das, indem wir gute Werke aus dem Glaubentun. Wenn unsere guten Werke nicht aus dem Glauben an Christus kommen, sind sie in Gottes Augen nicht gute Werke. Aber solange unsere guten Werke aus Christus kommen und sich aus ihm speisen, wird die Flamme brennen.

Das bedeutet: Jesus ruft dich und mich auf, die wir in ihn hineingetauft sind und aus seiner Vergebung leben, immer durch den Glauben mit ihm verbunden zu bleiben, auch wenn es lange dauert, bis er kommt. Denn wenn uns Gottes Gnade in Jesus Christus ausgeht, wenn wir ihn nicht mehr empfangen, können wir auch nicht mehr gute Werke tun. Nur im Glauben an Gottes unverdiente Liebe und Gnade in Jesus Christus leuchten wir als Licht der Welt. Denn nur durch ihn und in ihm, wenn seine Gnade und Kraft das Öl ist, das in unser Leben fließt, können wir gute Werke tun. 

Die Flamme dieser Lampen aus Israel ist nicht beeindruckend. Sie ist klein. Sie kann sich nicht mit einer großen Straßenlampe vergleichen. Aber – dafür kann kein Dieb sie auslöschen. Solange genug Öl in der Lampe vorhanden ist, brennt die Flamme stetig und vertreibt die Finsternis. So ist es auch mit uns. Unsere guten Werke dienen nicht dazu, andere Menschen zu beeindrucken, damit sie uns preisen. Sondern wenn andere Menschen gute Werke sehen, die wir aus Christus tun – Liebesdienste, Güte, Freundlichkeit, Treue, ein freundliches Bekenntnis zu ihm – dann bewegen diese guten Werke sie, den Vater im Himmel zu preisen. Das ist das Licht, das unsere Welt braucht. Das Licht, das anderen das Leben hell macht und die Vorfreude bezeugt, mit der wir auf den Bräutigam warten! 

Wir brauchen die Gnade Gottes und Glauben, um auf Jesu Kommen vorbereitet zu sein! Der Glaube ist die Hand, die empfängt, was die Gnade Jesu schenkt. Und die kaufen wir immer wieder umsonst im Gottesdienst ein, wo er sie austeilt in Wort und Sakrament. 

Jesus will uns wachend finden! 

Also: „Macht euch bereit zu der Hochzeit. 

Ihr müsset ihm entgegen gehn.“

Euer Pastor Böhmer