Zum 1700-jährigen Jubiläum des Nizänischen Bekenntnisses (325 n. Chr.)

Prof. Em. Dr. Dr. Werner Klän hielt am 5. Sonntag nach Trinitatis, d. 20. Juli 2025, in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde zur Heiligen Dreieinigkeit in Hamburg eine Predigt zum 1700jährigen Jubiläum des Bekenntnisses von Nicäa (325). Es folgt hier eine Zusammenfassung dieser Predigt über das Nizänische Glaubensbekenntnis vom Jahre 325.

A. Historischer Hintergrund

Vor 1700 Jahren, im Jahr 325, rief der römische Kaiser Konstantin das Erste Ökumenische Konzil in Nicäa (nahe dem heutigen Istanbul in der Türkei gelegen) ein, um die Streitfrage nach der Gottheit Jesu Christi zu klären – denn die Zerstrittenheit um diese zentrale Fragemusste ein Ende finden und die Aussagen der Bibel erstgenommen werden. Es ging um nichts anders, als die Einheit der Kirche angesichts eines Streits um die Natur und Person Jesu Christi zu sichern. Das Ergebnis dieses Konzils war das Glaubensbekenntnis von Nicäa, das zentrale christliche Aussagen über Jesus Christus formuliert und bis heute in Gottesdiensten gesprochen wird.

B. Drei Schwerpunkte

 Was heißt „bekennen“?

•Bekennenist eine persönliche und zugleich gemeinschaftliche Antwort auf Gottes Wort. Es bekennt also der einzelne Christ und zugleich die ganze Gemeinde.

•Bekennen dient der Verständigung im Glauben, ist unbedingt schriftgebunden und leitet zur Anwendung des Evangeliums an. Was also bedeutet die Lehre der Bibel für mich?

•Es drückt Vertrauen in Jesus Christus aus, das gemeinschaftlich gelebt wird.

•Kirchliche Gemeinschaft gründet auf gemeinschaftlichem Bekenntnis, das sowohl verbindlich als auch seelsorgerlich wirksam ist.

Worum ging es in Nicäa?

•Der große Streitpunkt damals war die Göttlichkeit Jesu Christi.

•Ein Irrlehrer namens Arius behauptete, Jesus sei ein geschaffenes Wesen („Es gab eine Zeit, da er nicht war“) – und damit eben nicht Gott, nicht dem Vater ebenbürtig.

•Das Konzil aber stellte nach langem Ringen klar: Jesus Christus ist „wesensgleich mit dem Vater“ („homoousios“), also wahrer Gott von Ewigkeit her.

•Das Bekenntnis hebt außerdem hervor:

o Jesus ist gleichzeitig auch wahrer Mensch geworden, gestorben und auferstanden für unser Heil.

o Er wird wiederkommen, um die Welt zu richten.

•Das Bekenntnis ist durch und durch biblisch und theologisch fundiert.

Warum sind wir zum Bekennen gerufen?

•Christen sind als Jünger Jesu aufgerufen, Zeugen seines Evangeliums zu sein.

•Die Kirche ist Gottes Werkzeug in der Welt und spricht mit der Vollmacht Christi.

•Glaube ist persönlich, aber zugleich immer gemeinschaftlich.

•Wir sind mitverantwortlich, den Glauben rein zu bewahren und weiterzugeben.

C. Der Ernst des Bekennens

• Bekennen hat endzeitliche Bedeutung: Wir verantworten unseren Glauben vor dem Richterstuhl Christi.

• Sicherheit gibt uns, dass unser Bekenntnis auf Gottes unverbrüchlichem Wort beruht.

•Deshalb sollen wir mutig und dankbar bekennen, was Gott Gutes getan hat – im Vertrauen auf den Heiligen Geist.

Fazit:

Das Bekenntnis von Nicäa ist ein lebendiges Zeugnis des christlichen Glaubens. Es ruft uns bis heute zur persönlichen und gemeinschaftlichen Bekennung auf – als Ausdruck von Vertrauen, Gehorsam und Hoffnung in Jesus Christus, den wahren Gott und Heiland der Welt.