Die Gnade unsres Herrn, Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, sei mit uns allen. Amen.
Text: Römer 6, 3 – 11 (Die heutige Epistellesung)
Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten, durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5Denn, wenn wir mit ihm verbunden, und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. 10Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid, und lebt Gott in Christus Jesus.
Lasst uns beten: Lieber Herr Jesus Christus, du hast uns durch das Sakrament der heiligen Taufe an dich gebunden! Wir danken dir dafür und bitten dich, schenk uns doch immer wieder die Kraft des Heiligen Geistes, damit wir die Vergebung unsrer Sünden durch deinen Tod auch freudig annehmen. Gib uns auch die Gewissheit der ewigen Seligkeit, die du bei unsrer Auferstehung am jüngsten Tag, für uns bereithältst! Komm, lieber Herr, und segne dieses dein Wort an unser aller Herzen. Amen.
Im Namen Jesu, liebe Gemeinde
Wenn man seine Kinder bei einer Schule anmeldet und einschreibt, muss man sich dazu verpflichten, die vorgeschriebene Uniform für die Kinder zu kaufen! Und dann muss man auch dafür sorgen, dass die Kinder diese Uniform tragen! So kann jeder, der unseren Kindern auf dem Weg zur Schule begegnet dann sehen, dass sie zur Schule gehen. Und wer genau Bescheid weiß, wird auch erkennen können, in welche Schule sie gehen! So will der Apostel Paulus uns heute daran erinnern, dass wir Christen auch eine Uniform tragen! Diese Uniform will uns auch von unserer Umwelt unterscheiden, und uns für die Menschen um uns herum, als Christen, erkennbar machen!
Unsere Uniform haben wir in der Taufe von Gott bekommen! Durch den Glauben, den der Heilige Geist in uns wirkt und wachsen lässt, tragen wir dann auch diese Uniform, zu Gottes Lob, und zu seiner Ehre! Der Apostel gibt uns in diesem Text zwar keinen ausführlichen Taufunterricht. Er redet aber in dem ganzen Abschnitt, vom 5. bis zum 8. Kapitel des Römerbriefs, einfach nur von den Folgen der Taufe für unser Leben! Damit beschreibt er dann auch die einzelnen Teile der „Uniform“ eines Christen. Er redet z.B. von der Befreiung von der Sünde, und von dem Wandel im neuen Leben, der dadurch bei uns entstehen soll! Daran sollte man uns, als Christen, auch immer in dieser Welt erkennen können!
Ihr Lieben, die Christen damals, und auch wir heute, standen und stehen, wegen den Einflüssen und Versuchungen aus der Umwelt, aber leider immer wieder in der Gefahr, dass wir die Botschaft des Evangeliums, von der Rechtfertigung aus Gnade allein, nicht richtig ernst nehmen! Die Liebe Gottes wird dabei ausgenutzt und gebogen bis dahin, dass man meint, Gott schulde es uns, dass er zu unsren Sünden einfach immer wieder ein Auge zudrückt! Wie oft sagen oder denken wir nicht auch: „Einmal ist Keinmal“, oder: „Das ist schon nicht so schlimm“, obwohl wir genau wissen, dass wir die Gebote Gottes durch unser Tun, immer wieder übertreten! „Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?“ So lesen wir es im 2. Vers von dem 6. Kapitel, genau vor unserem Text! Das soll und darf es bei uns Christen nicht geben, sagt uns dieser Vers, der uns dann in unseren Text hinein führt! Alle, die auf den Namen des dreieinigen Gottes getauft sind, sind ja in den Tod Jesu hinein getauft! Das bedeutet, dass alles, was Jesus durch sein Leiden und Sterben am Kreuz erworben hat, uns in der Taufe geschenkt wurde! Für diejenigen, die dieses Geschenk im Glauben, und in der Kraft des Heiligen Geistes angenommen haben, folgt dann der Wandel im neuen Leben! Und da passt das leichtsinnige, und auch das mutwillige Sündigen, nicht mehr hin!
Liebe Gemeinde, daran will dieser Sonntag uns mit seinem Thema, seinen Lesungen, Gebeten und Gesängen, und auch durch diesen Predigttext, erinnern! Deshalb wollen wir heute mit Hilfe der Zweiten und auch der Vierten Tauffrage aus unsrem Katechismus, wieder einmal, wie schon in der Beichte, über das, was wir durch unsere Taufe bekommen haben, nachdenken, nämlich;
- Was gibt oder nützt uns denn die Taufe?
- Was bedeutet es für uns, dass wir getauft sind?
Erstens: Die Taufe „wirkt Vergebung der Sünde, erlöst vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten.“
Frage: „Welches sind denn solche Worte und Verheißungen Gottes?“
Antwort: „Unser Herr Christus spricht bei Markus im letzten Kapitel: Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.“
So, oder ähnlich haben wir es wahrscheinlich alle einmal im Unterricht gelernt! Aber wir lassen uns doch immer wieder so leicht von dem rechten Verständnis dieser klaren Botschaft abbringen! Und dass, nur weil wir andere Maßstäbe, wie zum Beispiel unseren menschlichen Verstand, dabei ansetzen wollen!
Ihr Lieben, in seiner Predigt am ersten Pfingstfest in Jerusalem, sagte der Apostel Petrus es den erschrockenen Hörern, auf ihre Frage: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? ganz klar und deutlich: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes!“ Und sie haben gehört und viele von ihnen haben nicht noch lange daran herumgedeutelt, sondern sie haben sich taufen lassen! Das waren gleich 3000 am ersten Tag, und viele sind in der Zeit danach auch diesen Weg gegangen! So ist die Kirche Jesu Christi entstanden und gewachsen, und so wächst sie bis heute noch! Und von Anfang an wird in dieser Kirche den Menschen Vergebung der Sünde, Erlösung vom Tod und Teufel, und die ewige Seligkeit, von Gott geschenkt!
Liebe Gemeinde, der Apostel Paulus schrieb diese Zeilen unsres Textes eigentlich ausdrücklich, um ein Missverständnis und eine falsche Interpretation der Gnadenbotschaft aufzuklären und zu widerlegen! Die Leute meinten damals nämlich schon, dass sie wegen Gottes Langmut und Geduld, den Lüsten und Versuchungen des Fleisches und der Umwelt, ungestraft folgen konnten. Dabei handelte es sich damals sogar um grobe Unzucht, als Teil von dem Götzendienst in den Tempeln der Fruchtbarkeitsgöttin, Aphrodite! Und es ist gut, dass wir auch wieder darauf achten, was uns hier gesagt wird! Wir leben ja auch in einer Zeit, in der man, besonders auf Geschlechtlichem Gebiet, auch immer wieder dazu ermutigt werden soll, zu tun, wozu man gerade „Lust“ hat! Und dabei werden die Gebote Gottes dann auch immer wieder in den Hintergrund gestellt und, genau wie damals, einfach übertreten!
Liebe Gemeinde, nun zurück zu unserem Text! Wenn man diesen Text aufmerksam liest, oder hört, dann merkt man, dass das Wort „Glaube“ und auch der Begriff „glauben“ nicht einmal darin genannt wird! Aber dennoch leitet der Apostel diesen ganzen Abschnitt über „das neue Leben in Christus“, mit den Worten (Kapitel 5,1) ein, wo es heißt: „Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott, durch unsern Herrn Jesus Christus!“ Damit sagt er ganz deutlich, dass alles was hier in unsrem Text steht, auf den Glauben an Jesus Christus aufgebaut ist! Und das ist der Glaube, den der Heilige Geist, seit unserer Taufe, in uns wirken, und wachsen lassen will!
Wir sollen also das Gnadengeschenk der Taufe deshalb nicht missbrauchen, und einfach gleichgültig dahinleben, und so, auch unseren Glauben vernachlässigen! Und wir sollen die Taufe andererseits auch nicht verachten und sogar für unwichtig halten, weil wir meinen, dass unsere Seligkeit doch nur von unsrem Glauben abhängt! Dann kommen wir nämlich in die Gefahr, den Glauben zu einem guten Werk zu machen, durch das wir uns die Seligkeit dann selber verdienen wollen! Beides ist nicht richtig, weil Taufe, Glaube, Wiedergeburt und das Leben aus der Taufe sehr eng zusammengehören! Dadurch entsteht nämlich erst der vollständige Kreis, oder Zirkel, des Lebens eines Christen! Fehlt eines dieser Teile, ist der Zirkel nicht mehr vollständig! Um bei dem Beispiel der Uniform zu bleiben, sind wir dann wie Schüler, die ihre Uniform unvollständig oder unordentlich tragen.
Ihr Lieben, damit sind wir zweitens bei der Frage nach der Bedeutung der Taufe für uns, angekommen! Wir hören wieder den Katechismus: Die Taufe „bedeutet, dass der Alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe.“
Frage: „Wo steht das geschrieben?“
Antwort: „Der Apostel Paulus spricht zu den Römern im sechsten Kapitel: Wir sind samt Christus durch die Taufe begraben in den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist von den Toten auferweckt, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.“
Ja, liebe Brüder und Schwestern, die Taufe hat Folgen! Wir werden durch unsere Taufe, förmlich und wirklich, aus der Herrschaft der Sünde und des Todes, wie aus dem Schlamm, herausgeholt! Und dann werden wir unter die Herrschaft Christi gestellt! Das geschieht schon mit den Worten der Einleitung der Taufhandlung, wenn der Pastor sagt: Weich du böser Geist, und gib Raum dem Heiligen Geist, wie wir es gerade am vorigen Sonntag wieder gehört haben! Seit unserer Taufe sind wir also für die Sünde gestorben, dass heißt, wir sollen nicht mehr freiwillig auf ihre Versuchungen reagieren! „Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm (Christus) gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen“, lesen wir Vers 6! Aber sehr oft, ja sogar täglich, fallen wir doch immer wieder auf die Sünde rein, und tun genau das, was wir nicht tun sollten! Deswegen wird da in der vierten Tauffrage, die wir eben gehört haben, auch so ausdrücklich von der täglichen Reue und Buße geredet!
Wir leben ja alle immer noch im Fleisch, dass heißt in diesem, der Sünde verfallenen Körper. Wir haben ja alle, seit unserer Empfängnis im Mutterleib, schon eine Seele, die wegen der Erbsünde, mit der Sündhaftigkeit befleckt ist! Und deshalb ist es auch immer wieder nötig, dass uns unsere Sünden tagtäglich vergeben werden!
Liebe Gemeinde, unsre Auferstehung haben wir ja noch vor uns! Aber wir wissen jetzt schon, dass wir dann, nach der Auferstehung, unsrem Herrn gleich sein werden! „Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein!“ So lesen wir es im 5. Vers von unserem Text! Da wird es uns ganz deutlich gesagt, dass wir in der Ewigkeit wie Jesus sein werden, nämlich sündlos, unsterblich und selig!
Ihr Lieben, deshalb ist der „neue Mensch“ nicht einfach nur der reparierte oder überholte „alte Mensch!“ Und das neue Leben ist auch nicht ein Leben, in einem möglichst sündlosen Zustand, schon jetzt und hier auf dieser Erde, den wir selber, durch unsre eigene Frömmigkeit hervorbringen müssen! Nein, es wird, bei der Auferstehung erst, wirklich etwas ganz Neues aus uns gemacht werden! Wie, das wissen wir jetzt noch nicht, aber im 2. Brief an die Korinther 5, 17 sagt uns Gott, durch seinen Apostel: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden!“
Liebe Gemeinde, in der Taufe wurde uns allen der Heilige Geist geschenkt! Dieser selbe Heilige Geist gibt uns nun auch die Kraft zum Glauben an das Erlösungswerk Christi! Und dadurch werden uns der Zugang zu der Vergebung, und der Rechtfertigung, überhaupt erst möglich gemacht! Und nur deshalb können wir durch unsren Herrn Jesus Christus, nun auch im Dienst Gottes leben!
Wer also im Glauben aus seiner Taufe lebt, bekommt deshalb immer wieder die Kraft des Heiligen Geistes, um gegen die Sünde zu streiten! Durch den Glauben haben wir auch den Zugang zum Vater, damit wir ihn täglich um Vergebung bitten können! Und, weil der Heilige Geist uns beim Vater vertritt, dürfen wir ganz sicher wissen, dass diese unsere Bitte um Vergebung, auch jedes Mal, von Gott erhört, und auch erfüllt wird!
Deshalb ist die rechte „Uniform“ des Christen, nichts anderes als, „Christi Blut und Gerechtigkeit“, die uns in der Taufe geschenkt und angezogen wurde! Durch diese Gerechtigkeit werden wir auch vor Gott bestehen, und endlich in den Himmel eingehen! Lasst uns deshalb immer wieder dankbar und gläubig an unsrer Taufe festhalten! Dann werden wir auch die Kraft, die wir daraus bekommen, zur Ehre Gottes, in unsrem täglichen Leben anwenden können! Amen.
Wir beten: Lieber himmlischer Vater, wir danken dir, dass wir ganz felsenfest auf unsere Taufe vertrauen dürfen! Da hast du uns zu deinen Kindern gemacht und uns deinen Heiligen Geist geschenkt, der in uns den Glauben geweckt hat, und der ihn auch erhält! Herr lass uns in diesem Glauben leben und auch selig sterben! Und der Friede Gottes der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.
Liturgische Farbe: grün
Festzeit: Trinitatiszeit
Wochenspruch: Jes 43,1
Wochenpsalm: Ps 139
Eingangspsalm: Ps 19, Ps 36, Ps 67, Ps 84, Ps 113
Epistel: Röm 6,(3-8) 9-11
Evangelium: Mt 28,16-20
Predigttext: 5. Mose 7,6-12
Wochenlied: 200
06. Sonntag nach Trinitatis (Taufsgedächtnis)
Erklärung zu den Perikopen:
Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).
I(Evangelium): Mt 28,16-20
II: Röm 6,(3-8) 9-11
III: 5. Mose 7,6-12
IV: Apg 8,26-39
V: Jes 43,1-7
VI: 1. Petr 2,2-10