Liebe Gemeinde, heute geht es um ein Thema, das uns unangenehm ist: Pornographie und sexuelle Sünde. Doch der Herr scheut nicht zurück, in seinem heiligen Wort darüber zu reden. Um Pornographie und Sünden, die daraus folgen geht es, um das Zusammenschlafen vor und außerhalb der heterosexuellen Ehe. Um diese Dinge geht es bei dem deutschen Wort „Unzucht“ (Gr: porneia) oder – in diesem Kontext – Unreinheit. Es ist schändlich, auch nur zu reden über das, was Menschen in dieser Hinsicht heimlich tun, sagt der Herr. Die Porno-Industrie allein hat inzwischen einen weltweiten Umsatz von fast $100 Milliarden pro Jahr, Tendenz steigend. Sie zerstört Leben, Träume, Erwartungen, und Menschen.
Die Sex-Industrie ist heute offen und unverschämt präsent. Heute werden wir mit schamlosen Werbeschildern für „adult shops“ konfrontiert, wenn wir durch Ballito oder Pietermaritzburg fahren. Und über Computer und Handys kann jeder unbegrenzt Hardcore-Material einsehen, wo er auch ist. Aber es geht hier nicht um Material, das man auf Wunsch betrachtet oder nicht. Im Urlaub durften wir in einem Teich in den Bergen nach Forellen angeln. Aber die Bitte war, dass wir die Fische wieder freilassen sollten. Dazu musste ich meine Köder anpassen. Da hatte ich überall so dreifache Angeln dran, und ich knipste mit der Zange zwei davon ab, und bei der verbleibenden Angel knipste ich auch den Widerhaken ab – das ist die Zacke an der Angel, die verhindert, dass der Fisch die Angel wieder ausspucken kann. Nur so kann man die Fische wieder freilassen. So nett sind die Leute hinter der Sex-Industrie aber nicht. Die ködern aktiv und schweißen kräftig Angeln und Widerhaken dazu. Überhaupt dieses Wort „adult shops“ – damit wollen sie behaupten, dass ihr Angebot an Pornografie und anderem Material etwas für Erwachsene ist, für verständige Menschen, die vernünftig genug sind, sich damit zu befassen. Das ist eine Lüge. „Sollte Gott gesagt haben…?“ „Nein,“ sagt der Teufel, „ihr werdet reif sein, wenn ihr das tut, vernünftig, fortgeschritten.“ Da steckt die Angel drin. Oder in Sitcoms und Filmen auf Netflix oder DSTV wird pornografisches Material eingespeist, und wir werden allmählich abgestumpft, sodass wir nicht mehr den Entschluss fassen, einfach auszuschalten und zu erkennen: Das baut nicht auf, da sitzen Angeln drin! Ich kann das nicht sehen, ohne dabei meiner Seele zu schaden. Oder sie nutzen das Internet als Köder, um euch und eure Kinder in die Welt der Pornografie zu locken. Meistens geschieht es nicht, weil das Kind etwa nach diesem Unrat sucht – sondern oft stolpert ein Kind oder ein Erwachsener über eine pornografische Website, die sich hinter einem ganz normalen Namen versteckt, und man klickt sie an und sieht und die Widerhaken sind drin und schon ist man gefangen …
… und auf dem Weg in die Sucht. Das Wort habe ich bewusst gewählt. Viele Millionen Menschen werden jedes Jahr süchtig nach pornografischen Inhalten. Das ist kein Zufall, sondern gerade das ist die Absicht: Menschen zu versklaven. Das bestätigt z.B. Tonya Flint-Vega. Tonya kennt die Auswirkungen der Pornografie aus erster Hand. Sie ist die Tochter von Larry Flint, der früher die “Hustler”-Zeitschrift herausgab. In ihrer Autobiografie “Hustled: My Journey from Fear to Faith” schreibt sie: „Papa und andere sind geradezu auf süchtige Menschen aus. Pornographen tun alles, was sie können, um sicherzustellen, dass der Gelegenheitszuschauer zum Dauerkonsumenten wird.“ Sie schreibt auch: „Nachdem ich mit Tausenden von Universitäts-studenten gesprochen habe, habe ich gelernt, dass häusliche Gewalt, Vergewaltigung und ähnliche Verbrechen in engem Zusammenhang mit Pornografie stehen. Inzest, Kindesmissbrauch, Missbrauch von Ehepartnern und die Zerstörung von Familien sind auf den Gebrauch von Pornografie zurückzuführen.“
Das heißt, wo mancher vielleicht meint, die Pornografie sei ein harmloser Zeitvertreib, eine unschuldige Notlösung, richtet sie in Wirklichkeit großen Schaden an im Leben vieler Menschen und Familien. Sie ist Sünde und zieht andere Sünden nach sich. Es kommen vollkommen unrealistische Erwartungen auf, die unweigerlich zu Enttäuschungen führen. Wer süchtig wird nach Pornografie, wird dadurch abgestumpft und immer unfähiger, tiefgründige Beziehungen zu anderen Menschen zu führen. Er braucht immer extremeres Material, um sich zu befriedigen. Und schon kommt es zum Umgang mit „50 shades of sin“, mit Prostituierten, kommt es zu Missbrauch, zu Gewalt, zu Ehebruch. Jetzt meint vielleicht einer: Ach, das ist alles nur ein Männerproblem; diese Predigt hätte man besser hinter verschlossenen Türen halten sollen. Auf keinen Fall! Gottes Wort ist an alle gerichtet. Jedes Jahr steigt der Prozentsatz von Frauen, die ebenfalls süchtig nach pornografischen Inhalten werden; in manchen Ländern sind ebenso viele Frauen davon betroffen wie Männer.
Ist dein Ehepartner süchtig nach pornografischen Inhalten? Es gibt Hoffnung und Hilfe. Gott ist barmherzig. Er ist dir ein liebevoller Heiland. Jes 42,3 heißt es: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Er bietet dir Hoffnung an, um dir zu helfen, dies zu überstehen. Ja, die Werke der Sex-Industrie und der Gebrauch von Pornografie sind vom Teufel. Es sind Werke des Bösen und der Finsternis. Wie kann es da denn noch Hoffnung geben, wenn der Ehepartner oder ein Familienglied darin verstrickt ist? Weil der Herr 1. Joh 3,8 sagt: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. Das Zerstören des Bösen und der Finsternis ist nicht nur Jesu Hoffnung, sondern sein Ziel und sein Werk. Jesus ist gekommen, um das Böse zu vernichten, indem er die Sünde und die Finsternis am Kreuz besiegte. Dieser Sieg über das Böse wurde durch die Auferstehung bewiesen. So bieten der Tod und die Auferstehung Jesu jedem von euch, der unter dem Übel der Pornographie leidet, Hoffnung auf den Sieg. Lasst euch diese Hoffnung als Ansporn zum Handeln dienen.
Ich will Gottes Wort hier etwas freier übersetzen. Er sagt: „Früher habt ihr im Dunkeln, in der Finsternis gelebt, jetzt aber hat der Herr euch mit Licht erfüllt. Lebt als Kinder Gottes, die das Licht haben. Überlegt genau, was gut ist und was nicht; prüft alles. Habt nichts mit den unnützen Werken zu tun, die die Finsternis hervorbringt. Deckt sie stattdessen auf, zeigt sie auf als das, was sie sind.“ Gott der Herr hat nämlich Leute, mitfühlende Menschen, fürsorgliche Menschen, und unter ihnen sind einige, die professionell ausgebildet sind, um die Dunkelheit dieser Sünde, die euer Leben ruiniert, zurückzudrängen.
Aber wenn du derjenige bist, der auf Pornografie und sexuelle Sünde steht, mach dir nichts vor. Gott sieht, was du heimlich tust. Sein Segen ruht nicht drauf. Hört, was der Herr sagt: „Lasst nicht zu, dass sexuelle Sünde, Perversion jeglicher Art oder Habgier (das ist die Sucht nach mehr Geld, mehr Besitz, mehr Land) unter euch auch nur besprochen werden. Das ist kein angemessenes Verhalten für Gottes heilige Kinder. Und ihr sollt nicht schmutzige Geschichten oder dreckige Witze erzählen. Nein, ihr sollt Gott danken für die Gabe der Sexualität und sie aus Dankbarkeit heilighalten. Denn ihr müsst es wissen: niemand, der in sexuelle Sünde, Perversion oder Habgier (d.h. Sucht nach Reichtum, das Verlassen auf Besitz) verwickelt ist, kann ein Erbe oder Anteil im Reich von Christus und Gott haben. Lasst nicht zu, dass euch irgendjemand mit leeren Worten was vormacht. Wegen solcher Sünden kommt Gottes Zorn über diejenigen, die ihm nicht gehorchen.“
So, und dann? Dann lassen wir uns von dem Herrn was sagen und schlagen die Hand auf die Brust. Nehmen wir die Worte von Ps 51 in den Mund – Worte von König David, als er eingesehen hatte, dass sein Verhalten falsch war und er seine Sünde bereute. „Sei mir gnädig, Gott, denn du bist doch barmherzig. Dein Erbarmen kennt keine Grenzen. So lösch meine Untaten aus, die ich begangen habe. Wasche mich gründlich von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde. Ich gebe zu, dass ich rebellisch bin. Meine Sünde steht mir immer vor Augen. Ich habe gegen dich gesündigt, besonders gegen dich. Ich habe getan, was du für böse hältst. So sprichst du Recht, wenn du redest, und wie du richtest, ist vollkommen richtig.“ Christus ist für alle Sünden gestorben, auch für Sünden des 6. Gebotes. Aber Gott wendet diese Vergebung nicht auf dich an, es sei denn, dass du von Herzen Buße tust. So tu Buße, kehre um, komm in die Beichte oder in die Einzelbeichte und lass dir deine Sünden vergeben.
Was ist denn Gottes Wille und Rat für uns? Drei Dinge wollen wir hier erwähnen: Erstens, nachts sind alle Katzen grau. Wenn es dunkel ist, kann man eine Angel nicht erkennen. Deshalb will Gott, dass wir im Licht leben. So wie das Auge nur sehen und Gutes und Böses unterscheiden kann, wenn es hell ist, so erleuchtet Gott unsere Herzen durch das Licht seines Wortes, damit wir unterscheiden können zwischen richtig und falsch. Dazu ist es also nötig, dass wir ständig Gottes Wort und die Predigt gerne hören, lesen und heilighalten, dann kommt Licht und die unsterbliche Kraft Gottes in Christus in unser Leben. Zweitens, dass wir unsere Sexualität als eine heilige Gabe Gottes erkennen, als einen wertvollen Schatz. Einen Schatz zieht man nicht durch den Dreck. Die Sexualität soll uns gerade nicht in dunkle Kammern treiben und voneinander isolieren, sondern zu Menschen des andern Geschlechts hinziehen. Gott sagt es deutlich: Wenn unverheiratete Menschen sich nicht von sexueller Aktivität enthalten können, sollen sie heiraten (1. Kor 7). Die moderne Tendenz, immer später zu heiraten und Hochzeiten immer üppiger und teurer zu gestalten ist nicht gut. Wir wollen nicht alles auf den Hochzeitstag ankommen lassen, sondern auf die Ehe. Und drittens ist es Gottes Wille, dass wir unseren Ehepartner immer mehr lieben lernen und so handeln, dass wir ein beiderseits befriedigendes sexuelles Leben in der Ehe führen. Freue dich der Frau deiner Jugend, spricht der Herr (Spr 5,18). … warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest eine andere? … Habe du sie allein und kein Fremder mit dir. Sie ist lieblich wie eine Gazelle und holdselig wie ein Reh. Lass dich von ihrer Anmut allezeit sättigen und ergötze dich allewege an ihrer Liebe. Amen.
Wochenspruch
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, 8b – 9
Introitus – Nr. 49 (Psalm 43, 3; Psalm 48, 2)
Epistel
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Epheser 5, 8b – 14
Hauptlied
O gläubig Herz, gebenedei 384
Evangelium
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5, 13 – 16