18. Sonntag nach Trinitatis (Das vornehmste Gebot) – 2019
Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unsrem Herrn Jesus Christus. Amen.
Text: 2. Mose 20, 1 – 17
1Und Gott redete alle diese Worte: 2Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 4Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: 5Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, 6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. 7Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. 8Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. 9Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. 10Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. 11Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. 12Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. 13Du sollst nicht töten. 14Du sollst nicht ehebrechen. 15Du sollst nicht stehlen. 16Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 17Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
Wir beten: Lieber himmlischer Vater, wir danken dir, dass du dich uns in deinem Wort ganz klar als der allmächtige Gott zu erkennen gegeben hast.
Wir bitten dich, dass du uns in der Kraft deines heiligen Geistes die Augen, Ohren und Herzen dafür öffnest, damit wir dich recht erkennen und dich allein anbeten.
Komm, lieber Herr, und segne jetzt unser Reden und unser Hören. Amen.
Im Namen des dreieinigen Gottes, liebe Gemeinde
Das Gesetz und die 10 Gebote Gottes sind bei den meisten modernen Menschen kein beliebtes Thema mehr. Die Menschen fühlen sich dadurch bedroht, und im Leben eingeengt, weil sie meinen, dass man das Leben als Christ nicht richtig genießen kann, weil man immer nur nach diesen Geboten leben muss. Der Mensch lebt ja heute so gerne nach dem Motto: „Ich tu was ich will, wann ich will und wie ich will! Mir hat niemand etwas vorzuschreiben!“
Dabei vergisst man aber zwei wichtige Dinge, nämlich, erstens, dass der allmächtige Gott als unser Schöpfer, uns sehr wohl etwas zu sagen und vorzuschreiben hat. Und zweitens vergisst man auch, dass das, was Gott uns in seinen Geboten und sonst in der Bibel alles sagt, ja nur zu unserem ewigen Heil dient und gedacht ist!
Ihr Lieben, wir kennen alle bestimmt den Textabschnitt, den wir gerade gehört haben aus der Zeit, als wir noch im Religions- und Konfirmandenunterricht waren. Wahrscheinlich haben wir ihn auch inzwischen schon wieder, zusammen mit unseren Kindern in ihrem Unterricht, wiederholt. Das ist gut so! Auf dem Berg Sinai hat sich Gott dem Volk Israel und Mose offenbart. Wer die biblische Geschichte noch gut kennt, wird auch wissen, dass dieses schon das zweite Mal war, das Gott mit Mose auf solch wunderbare Art geredet hatte. Zum ersten Mal fand das Gespräch bei dem brennenden Busch auch dort in der Wüste am sogenannten „Berg Gottes“ statt. Bei der Gelegenheit hatte sich Gott selber identifiziert als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und sich selbst mit dem Namen, „Ich werde sein, der ich sein werde“, beschrieben.
Bei der zweiten Offenbarung macht sich Gott nun dadurch bekannt, dass er auf die Befreiung seines Volkes aus der Sklaverei in Ägypten verweist, nämlich: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ Damit steht es über alle Zweifel fest, wer dieser Gott, der aus der Wolke über dem Berg mit Mose redete, wirklich ist. Wir Menschen wollen ihn und seine Gebote aber nur zu gerne vergessen! Deshalb ist es wichtig, dass wir immer wieder daran erinnert, und darin unterrichtet werden. Das passiert an jedem Sonntag hier in der Kirche, im Unterricht während der Woche, und auch bei jeder Andacht und bei jedem Gebet zu Hause.
Im alten Israel gab es sogar ein „Bundeserneuerungsfest“ das alle sieben Jahre gefeiert wurde. Dann kamen alle Erwachsenen Männer zusammen, und auf ganz formelle Weise wurden dann diese 10 Gebote und alle anderen Gesetze die Gott ihnen durch Moses am Sinai gegeben hatte, vorgelesen. Anschließend haben sich dann alle Anwesenden zu diesem Bund bekannt, und dadurch haben sie dieses Gesetz und Gottes Regelungen für das Leben dann auch als für sich verbindlich und gültig, neu angenommen. So wurde der Bund basisch mit jeder neuen Generation neu geschlossen, indem sie sich immer wieder öffentlich dazu bekannt haben. Dadurch wurde gezeigt, dass die Gebote Gottes nicht nur denjenigen, die damals am Sinai mit dabei waren, gegolten haben, sondern, dass sie bleibend, für alle Generationen in Zukunft, Gültigkeit behalten und haben.
Wenn wir deshalb unseren Kindern diese Gebote immer noch beibringen, und wenn wir auch heute besonders darüber nachsinnen, und uns informieren lassen, dann hat das denselben Sinn. Wer sich nämlich von diesen gültigen Geboten lossagt, und sie als ungültig und veraltet zur Seite schiebt, sagt sich damit auch von dem allmächtigen Gott los! Das ist ein gefährliches Spiel, weil man dann den Schöpfer Himmels und der Erde, zum Gegner bekommt. Eine Zeit lang kann es im Leben noch einiger Maßen gut gehen, aber irgendwann weiß man dann doch nicht mehr wo und wie es im Leben weiter gehen soll, weil man Gottes Weisungen vergessen hat, oder sie vielleicht sogar nie gelernt hat. Es ist wie beim Sport, z.B. beim „Rugby“. Wenn jede Mannschaft einfach nach ihren eigenen Regeln spielen würde, würde das sehr bald zum Chaos und zur Uneinigkeit führen, so, dass es mit diesem Spiel dann auch nicht mehr weiter gehen würde.
Solches Chaos und Durcheinander kann man auch jetzt schon bei vielen religiösen Instanzen, beobachten. Da gilt nicht mehr was die Bibel sagt, sondern nur noch was jeder Mensch selber so davon denkt, und wie man darüber fühlt. Man redet heutzutage von einer „Spiritualität“, die nichts anderes ist als ein „frommes“ Gefühl und meint, dass man damit den Glauben ersetzen kann. Wie und woher man dieses Gefühl bekommt, ist dann auch gar nicht mehr wichtig! Die Hauptsache ist nur, dass man sich im Innersten „erhoben“ fühlt. Ob das durch die Meditation des Buddhismus, die Selbstverherrlichung der „New Age“ Bewegung, oder des übermäßigen Reichtums, anderen okkulten Praktiken, oder sogar durch die monoton sich wiederholenden Ritmen der „Gospel Songs“ hervorgerufen wird, ist eigentlich ganz egal.
Liebe Gemeinde, wir müssen uns alle miteinander vorsehen, weil dieses Thema jetzt immer mehr in den Zeitungen, und besonders auch in den Zeitschriften, und im Internet, sehr stark propagiert wird. Damit versucht man, um diejenigen, die unsicher in ihrem Glauben sind, zu fangen und von der Wahrheit der Bibel wegzulocken. Man kann nur staunen, wenn man sieht, was es da alles an Büchern über dieses Thema, in den Geschäften zu kaufen gibt. Und, was es zusätzlich für uns schwer macht, um hier Klarheit zu behalten ist, dass alle, die es wagen um diese neue „Spiritualität“ an Hand der Bibel zu unterscheiden und zu widerlegen, als lieblos und richterisch beschrieben und „runter gemacht“ werden. Davon dürfen wir uns, als treue Zeugen unseres Glaubens, aber nicht einschüchtern lassen.
Deshalb wollen wir uns auch heute wieder die Gewissheit holen, dass es diesen Gott, der sich uns in der Bibel offenbart hat, wirklich gibt! Und, dass er uns über alles liebt, und uns deshalb auch die ewige Seligkeit schenken will. Wenn sich uns Gott heute offenbart, dann tut er das mit den Worten: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich am Kreuz von Golgatha erlöst hat! Dort hab ich für deine Sünde mit meinem Leben bezahlt und so bist du gerettet aus dem ewigen Tod, aus der Hölle und der Gewalt des Teufels. In deiner Taufe hab ich dich als mein Kind und Erbe angenommen und durch den Glauben, den der heilige Geist seit deiner Taufe in dir wirkt, lebst du jetzt schon in der Gewissheit, dass du selig wirst. Deshalb brauchen wir auch nicht an jedem Sonntag irgendwelche „frommen Gefühle“ in uns aufzupeitschen, sondern wir können ganz ruhig und gelassen, im Vertrauen auf unseren gnädigen Gott, unsere Gottesdienste halten.
Im Brief an die Römer 5, 1 lesen wir: „Da wir nun sind gerecht geworden durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott, durch unsern Herrn Jesus Christus.“ Da fällt alles selbstherrliche Getue hin, und beweist sich als völlig nutzlos. Frieden mit Gott gibt es nirgends anders, als bei Gott selber! In seinem Wort und an seinem Altar verschenkt er diesen Frieden, frei und umsonst, allen die ihm glauben.
Deshalb ist das, was in den Geboten, im Alten und im Neuen Testament steht, für unser ewiges Leben absolut wichtig, und von großer Bedeutung. In dem Evangelium vom heutigen Sonntag haben vorhin von dem höchsten Gebot gehört, nämlich: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften. Das andere ist dies: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ In den Zehn Geboten, die wir als unseren Text gehört haben, wird dieses höchste Gebot in kleinere Einheiten verteilt, damit man deutlichere Richtlinien bekommt von dem, was eigentlich gemeint ist. Und in der Bergpredigt, Matthäus 5 – 7, gibt Jesus uns schließlich noch viel mehr Einzelheiten davon, wie Gott seine Gebote verstanden und gehalten haben will.
Ihr Lieben, die Tatsache, dass wir als sündige Menschen das, was Gott von uns fordert, nicht schaffen, soll uns aber nicht mutlos machen. Sie darf auch niemals dazu führen, dass wir unser Heil anderswo suchen, z.B. in einer Flucht in die Welt der Gefühle. Nein! Es gibt nur einen Ausweg aus all der Sünde und dem Versagen, wodurch wir uns selber und unseren Mitmenschen das Leben oft schwer machen, nämlich, hin zu dem Herrn und Heiland Jesus Christus! So hat Gott es uns und den Mitgliedern des hohen Rates schon durch den Apostel Petrus, Apg. 4, 12, gesagt: „In keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden!“
Möge Gott es deshalb geben, dass wir immer wieder auf dem Weg seiner Gebote, ihn als den allein wahren Gott erkennen und anbeten können. Möge er uns auch vor allem Irrtum und vor allen Versuchen, unser Heil anderswo zu suchen, bewahren. Amen.
Wir beten: Treuer Gott und himmlischer Vater, wir danken dir, dass du uns in der Bibel, den Weg zum Heil und zu unserer Seligkeit, in Christus ganz klar gezeigt hast. Stärk uns immer wieder den Glauben and dich und dein Wort, und gib uns Mut und Kraft, die Botschaft von dem Heil in Christus den Menschen um uns immer wieder zu sagen. Das bitten wir im Namen Jesu. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen.
18. Sonntag nach Trinitatis (Das vornehmste Gebot)
Wochenspruch
Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.
1. Johannes 4, 21
Introitus – Nr. 59 (Psalm 106, 3; Psalm 1, 1)
Epistel
Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.
Römer 14, 17 – 19
Hauptlied
Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 301 In Gottes Namen fang ich an 454
Evangelium
Es trat zu Jesus einer von den Schriftgelehrten, der ihm zugehört hatte, und fragte ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.” Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.
Markus 12, 28 – 34
liturgische Farbe: grün
Festzeit: Trinitatiszeit
Wochenspruch: 1. Joh 4,21
Wochenpsalm: Ps 1
Eingangspsalm: Ps 19, Ps 36, Ps 67, Ps 84, Ps 113
Epistel: Röm 14,17-19
Evangelium: Mk 12,28-34
Predigttext: Mk 10,17-27
Wochenlied: 397 und 494
Erklärung zu den Perikopen:
Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).
I(Evangelium): Mk 12,28-34
II: Mk 12,28-34
III: Mk 10,17-27
IV: Jak 2,1-13
V: 2. Mose 20,1-17
VI: Eph 5,15-21