Invokavit (Der Herr über die Versuchung) – 2022

Predigt zum Sonntag Invocavit

Christusgemeinde Kirchdorf 6. März 2022

  1. Kor 6,1–3 I.i.

Zwei Freunde sitzen an der Schule in der Deutschstunde. Einer fragt den andern: Was ist der Unterschied zwischen vergeblich und umsonst? Antwortet sein Freund: „Ich erklär dir das mal so: Mein Blasunterricht war umsonst. Dein Blasunterricht war vergeblich.“ So ist es in mehreren Gemeinden: Da setzt der Bläserchor der Gemeinde sich dafür ein, dass die Kinder Blasunterricht bekommen, der Chor zahlt einen Lehrer für seine Zeit oder vielleicht schenkt ein Pensionär seine Zeit, die Kinder bekommen ein Leihinstrument und werden unterrichtet im Blasen. Es kostet den Eltern nichts, die Kinder können umsonst lernen. Aber wenn ein Kind sich überhaupt nicht für das Blasen interessiert, nie übt, nur Fisimatenten macht und den Lehrer ärgert, dann kann auch der beste Blasunterricht am Ende vergeblich sein, das heißt, er bringt nichts, er verfehlt seine Wirkung, es kommt nichts dabei heraus.

So ist es auch mit der Gnade Gottes. Sie ist umsonst. Für uns, zumindest. Christus hat dafür bezahlt. Mit dem höchsten Preis überhaupt, mit seinem Blut, mit seinem Leben. Er hat unsere Schuld aus der Welt geschafft und unseren Tod überwunden. Er hat durch diesen hohen Preis für uns Vergebung erworben. Du und ich – wir können Vergebung nicht kaufen, um keinen Preis der Welt. Aber wir können sie dankbar empfangen. Umsonst, gratis. Gottes Gnade und Vergebung, unser Heil ist Geschenk. Aber seid vorsichtig! Passt auf!, warnt Gottes Wort uns hier. Der Apostel Paulus schreibt: [1] Hier warnt Gott selbst uns vor einer sehr reellen Gefahr: Gottes Gnade gibt es zwar umsonst; aber man kann sie auch vergeblich empfangen. Das heißt: dass sie ihre Wirkung an uns verfehlt, dass sie bei uns nichts schafft, dass bei uns am Ende nichts dabei herauskommt. Taufe ohne Nachfolge, Glaube ohne Liebe, Christsein ohne bereit zu sein, andern Menschen zu vergeben, all diese Dinge sollten uns Warnzeichen sein: Den Undankbaren kann Gott seine Gnade wieder wegnehmen. Wenn wir hartherzig bleiben, wenn wir uns von Gott nichts sagen lassen, dann haben wir seine Gnade vergeblich empfangen.

Und genau das ist die Absicht des Teufels. Am Tag unserer Taufe haben wir alle Gottes Gnade empfangen. Daran kann der Teufel nichts ändern. Aber er kann sehr wohl alles dafür einsetzen, dass wir sie vergeblich empfangen. Auf zwei seiner Tricks weist uns Gott der Herr hier in seinem Wort hin.

[2] Das ist der erste Trick des Teufels: Er flüstert uns ein, dass wir uns ja immer noch irgendwann später mit Christus, mit der Kirche, mit dem Glauben beschäftigen können. Bloß jetzt gerade, in diesem Augenblick, haben wir so viel Anderes zu tun, da haben wir nun wirklich keine Zeit für ihn. Wir müssen so viel für die Schule tun, ja, und heutzutage leider auch am Sonntag, so ist es eben, wir müssen natürlich auch unsere freie Zeit genießen, ganz besonders natürlich die Nacht zum Sonntag. Und wenn wir dann erst mal an der Uni oder in der Ausbildung sind, da haben wir natürlich erst recht keine Zeit, da müssen wir studieren. Und die Zeit, die wir hätten, die wollen wir dann doch lieber mit unserem Freund oder unserer Freundin verbringen. Und wenn wir dann erst mal verheiratet sind und eine Familie haben – ja, dann ist es ja wohl erst recht klar, dass wir keine Zeit mehr haben für die Kirche, für Christus, da sind wir doch froh, wenn wir alles Andere erst mal erledigen, was zuerst dran ist. Das Leben ist ja so voll. Und dann ist da ja auch noch der Beruf, der uns so beansprucht. Also – da muss der Herr Christus ja wohl Verständnis haben und noch etwas auf uns warten. Später, ja später werden wir uns dann natürlich mal Zeit für ihn nehmen. Und wenn wir dann erst mal Rentner sind – ach, diejenigen unter uns, die diesen Zustand schon erreicht haben, wissen es ja genau: Man ist in seinem Leben niemals so sehr beschäftigt gewesen wie als Rentner; da ist der Terminplan nun erst recht so voll, dass man die Beschäftigung mit Christus doch noch einmal etwas nach hinten verschieben muss. Und irgendwann werden uns dann einmal die Beschäftigungen aus der Hand genommen. Und dann?

Ja, der Trick ist einfach genial: Man muss die Leute einfach nur davon abhalten, jetzt, hier und heute der Einladung Christi zu folgen, jetzt, hier und heute seine Vergebung, seine Gnade, sein Wort, seine Weisung zu empfangen. Menschen gewöhnen sich daran, das immer weiter aufzuschieben. Später. Später. Und dann gibt es dieses „Später“, auf das die Leute immer gewartet hatten, am Ende vielleicht gar nicht mehr für sie. Oder aber sie sind später einfach nicht mehr imstande, sich mit dem zu befassen, was sie ihr ganzes Leben lang aufgeschoben hatten.

Der Apostel Paulus weiß um diese Gefahr, weiß darum, wie es der Teufel darauf angelegt hat, Menschen möglichst früh, möglichst schon als Jugendliche wieder vom Glauben abzubringen, indem er sie immer nur aufs Später verweist. Und eben darum ruft er den Christen in Korinth, ruft er es auch uns zu: Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils. Nein, nicht nächste Woche, nicht nächstes Jahr, nicht nach der Schule, nicht später einmal, sondern jetzt, jedes Mal von Neuem, wenn er, Christus, Menschen einlädt zu sich, zu seinem großen Fest, an seinen Altar, jetzt geht es um euer Heil, jetzt wird euch Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit geschenkt, jetzt sollt ihr vor dem Teufel aufpassen. Später, später – ruft der Teufel. Jetzt, jetzt – ruft Christus. Ich hoffe, ihr wisst, welchem Ruf ihr folgt!

Und dann hat der Teufel noch einen guten Trick parat. Das ist wie bei der alten Geschichte, da sitzen zwei Leute und klagen sich ihr Leid. Sagt der eine zum andern: „Ja, und die Kirche erst! Also, von der Kirche bin ich so enttäuscht worden, da gehe ich nie wieder hin.“ „Ach“, sagt der zweite, „was hast du denn gegen den lieben Gott?“ „Gar nichts,“ sagt der erste, „den mag ich sogar sehr, aber das Bodenpersonal!“ Das ist der 2. Trick des Teufels. Man muss nur die Leute dahin bringen, dass sie auf darauf schauen, was Gottes Bodenpersonal, die Pastoren da so alles verbocken. Dann wird den Leuten sehr schnell klar werden, was für ein Quatsch es ist, immer noch an Christus und dem Glauben an ihn festhalten zu wollen!

Der Trick funktioniert ausgezeichnet, denn der Teufel findet natürlich immer wieder Pastoren, Priester, Bischöfe, die mit ihrem Leben, ihrem Verhalten anderen Menschen Anstoß bereiten, ihr Leben selber ganz anders führen, als sie es anderen verkündigen. Was kam nicht alles in den letzten Jahren allein in unserem Land zu Tage, zu was für Untaten Menschen fähig gewesen sind, die als Pastoren oder Propheten oder Apostel galten? Kochendes Wasser über sich selbst gießen oder Benzin trinken und es dann den Gemeindegliedern auch zumuten, ihnen Doom ins Gesicht spritzen… Und das sind ja noch verhältnismäßig unschädliche Dinge verglichen mit dem Mißbrauch, den so viele Pastoren Kindern und Jugendlichen und Frauen und Männern angetan haben, wie sie das Vertrauen in ihr Amt ausgenutzt haben. Entsetzliches Leid haben sie damit im Leben der Betroffenen angerichtet, ja, bei mehreren dieser Menschen sogar auch jegliches Vertrauen auf Gott, in dessen Dienst sie doch berufen waren, mit ihren Untaten zerstört. Und was sie getan haben, hat auch darüber hinaus Misstrauen gesät gegenüber allen anderen, die im Dienst der Kirche stehen, Misstrauen, das es dann auch schwer macht, dem noch zu glauben, was sie verkündigen. [3] schrieb der Apostel Paulus damals. Er wusste genau, wie der Widersacher Gottes angreift, wie er jeden Anstoß, den Pastoren und ihre Mitarbeiter mit ihrem Leben geben, aufgreift, um Menschen das Vertrauen auf das Evangelium kaputt zu machen.

Ihr Lieben, welch ein Pastor kann heute mit Paulus sagen: „Wir geben in nichts irgendeinen Anstoß“? Wo Menschen in einer Gemeinde leben, da kommt das vor, da nimmt man zu Recht oder zu Unrecht Anstoß am Pastor, meistens in Dingen, die nicht direkt mit dem Evangelium selber zu tun haben. Und so kann ich euch nur bitten: Fallt nicht auf den Trick des Teufels herein, macht die Glaubwürdigkeit der Botschaft, die ich euch sagen darf, nicht davon abhängig, wie ihr zu mir als Mensch steht. Selbstverständlich sollten wir Pastoren uns alle Mühe machen, keinen Anstoß zu geben. Gottes Wort sagt gerade nicht: Pastoren können tun, was sie wollen, solange die Predigt am Sonntag gut ist. Ganz im Gegenteil. Der Pastor steht oft vorne dran bei der Versuchung. Denn der Teufel weiß sehr genau: Wenn er den Pastor dazu bringt, in die Sünde zu fallen, dann kann er damit einer ganzen Gemeinde Schaden tun. Deswegen ist der Pastor auf Fürbitte angewiesen. Selbstverständlich sollen Pastoren sich alle Mühe geben, im Amt und persönlichen Bereich vorbildlich zu leben. Aber gleichzeitig: Was Gott uns verspricht, das gilt, das dürfen wir auch aus dem Mund von Menschen hören und aus der Hand von Menschen empfangen, die uns persönlich auch mal Anstoß bereiten. Gott lässt sich auch durch das Versagen seines Bodenpersonals nicht daran hindern, uns selig zu machen.

Der wunderbare Trost ist eben, dass Menschen Gottes Gnade nicht außer Kraft setzen können, dass er sie dir immer noch in Jesus Christus schenken will, in seinem heiligen Wort, in der heiligen Taufe, im heiligen Abendmahl. Fall darum nicht auf die Tricks des Teufels herein, sie sind nur allzu durchschaubar. Und, um es ganz deutlich zu machen, am Ende verliert der Teufel doch. Schließe dich darum nicht ihm und seinem Gefolge an, sondern packe die Gnade mit beiden Händen, greif zu, heute, jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils! Bleibe bei deinem Herrn, schau auf seine Siegerkrone, die er gerade jetzt in dieser Fastenzeit wieder trägt. Da am Kreuz, da hat er ihn besiegt, ihn, den elenden Trickser, da hat er seine Macht gebrochen. Amen.

Soli Deo Gloria


Lehrpredigt zum Sonntag Invocavit

Christusgemeinde Kirchdorf 6. März 2022

  1. Mose 28,1-3 I.i.

Wie eine Person angezogen ist, so wirkt sie auch auf andere Menschen. Die Wirkung einer Person hängt eben auch von der Kleidung ab, denn Menschen werden oft zuallererst nach ihrem Äußeren beurteilt. Aus diesem Grunde kennen wir den Gebrauch von offiziellen und unoffiziellen Uniformen. Offizielle Uniformen sind z.B. die vom Militär oder der Polizei, daran erkennt man Soldaten oder Polizisten. Wenn ich es mit einem Polizisten zu tun habe, ist seine Person strenggenommen unwichtig. Er dient mir eben kraft seines Amtes als Polizist, und an seiner Uniform erkenne ich sein Amt. Unoffizielle Uniformen gibt es auch – Bankangestellte und Anwälte tragen meistens einen Anzug oder zumindest weißes Hemd mit Schlips, Farmer Khakhi, Ärzte und Apotheker weiße Kittel, Automechaniker den blauen Overall usw.

Wie steht es nun mit Pastoren? Im AT hat Gott der Herr für Moses Bruder Aaron und die anderen Priester eine Kleiderordnung festgelegt. Gott der Herr hat sie selbst entworfen und besonders begabte Menschen im Volk aufgerufen, die Kleider zu machen, damit sie „herrlich und schön seien“. Genau wie der Raum in der Stiftshütte und später im Tempel besonders ausgeschmückt war, ordnet Gott auch Priestergewänder an um anzuzeigen, dass der Gottesdienst nichts alltägliches oder weltliches ist, sondern heilig dem Herrn. So blieb es auch in der christlichen Kirche – nicht so, dass der Herr Jesus neue Pastorentrachten anordnete, sondern so, dass viele jüdische Priester in der alten Kirche Pastoren wurden. Nun hat die alte Kirche kein Gesetz für die Gewandung der Pastoren gemacht, aber doch bezeugt die Kirchengeschichte, dass die Pastoren sehr früh liturgische Kleidung trugen. Das Prinzip bleibt das gleiche. Pastoren sind im Gottesdienst dienstlich unterwegs. Sie repräsentieren nicht ihre eigene Person, sondern Jesus Christus. Sie verdecken ihre Kleidung mit besonderen Gewändern, um von sich selbst weg und auf Christus hinzuweisen. Wenn der Pastor einen Gottesdienst leitet, steht er nicht einfach da in seiner Person. Der Pastor bekleidet ein Amt als Diener Gottes, und die Kleidung weist auf dieses Amt hin. Nur kraft dieses Amtes handelt der Pastor im Gottesdienst.

So hat die Amtstracht des Pastors im Gottesdienst drei Funktionen:

  1. Sie verdeckt die Person, so dass wir uns nicht auf die Persönlichkeit oder die Kleidung des Pastors konzentrieren, sondern auf das Wirken der Gnadenmittel (Predigt, Taufe, Schriftlesung, Abendmahlsfeier).
  2. Sie zeigt das Amt an, das der Pastor durch Berufung und Ordination empfangen hat, das auf Christi Verheißung ruht. Das Amt predigt und gibt Jesus Christus, den Gekreuzigten und Vergebung in seinem Blut.
  3. Sie kann die Liturgie mit geeigneten Farben und Symbolen ausschmücken, die die verborgenen himmlischen Wirklichkeiten des Gottesdienstes widerspiegeln und unsere Kontinuität mit der alten Kirche zeigen. Dadurch hilft die Amtstracht, das Heilige vom Weltlichen oder Profanen zu trennen.

Als es zur Reformation kam, schlug einer der Kollegen Luthers vor, auch die Amtstracht abzuschaffen. Er hieß Andreas Bodenstein und hielt ab etwa 1522 Gottesdienste in den alltäglichen Kleidern der Leute. Martin Luther machte einerseits klar, dass Gottes Wort und die Sakramente und nicht die Kleidung der Pastoren einen christlichen Gottesdienst bestimmen, so war Luther selbst die anderen lutherischen Reformatoren dafür, dass die liturgische Kleidung der Pastoren beibehalten wurde. Das heißt, dass die lutherischen Pastoren auch nach der Reformation genau gleich gekleidet waren wie römisch-katholische Priester. Und so heißt es auch in unseren Bekenntnisschriften CA Ap. XXIV: „Auch die üblichen öffentlichen Riten werden beibehalten: die Ordnung der Lesungen, der Gebete, der Gewandung und ähnliches anderes.“ Das Prinzip der lutherischen Kirche ist es also, die Amtskleidung der alten Kirche beizubehalten. Aber welche Amtskleidung ist das denn?

Ganz früh in der Kirche trugen Pastoren weiße Alben, lange weiße Gewänder entweder mit einem Gürtel aus Stoff oder weichem Seil, oder aber ohne Gürtel. Das Weiß symbolisiert Reinheit und geistliche Wachsamkeit. Über die weiße Albe trug man einen Poncho-ähnlichen Mantel, die sogenannte Kasel und eine Stola, das ist ein schmaler Umhang aus Stoff. Daraus entwickelte sich spätestens im 11. Jhdt die Sitte, dass Pastoren weiße Albe und Stola als Standardamtstracht trugen, vor der Feier des Abendmahls sich aber die Kasel drüberlegten. Sowohl die Kasel als auch die Stola hatten die entsprechende liturgische Farbe des Kirchenjahres. Luther selbst trug bei Gottesdiensten den schwarzen Rock der Augustinermönche, aber zum Abendmahl legte er sich seine reichgeschmückte Kasel darüber. Die Stola lehnte er aber ab. Bis ins 18. Jhdt trugen lutherische Pastoren diese Kombination: Albe Kasel (Stola).

Woher kommt denn der schwarze Talar? Schon zu Luthers Zeit war es gang und gäbe, dass Professoren an den Universitäten Europas den schwarzen Talar trugen, und zwar mit breiter weißer Halskrause. Die Halskrause war dazu da, den Talar vor den Bärten der gelehrten Herren zu schützen, denn sie machten vornehmes Pulver oder Öl in den Bart, um ihn gepflegt aussehen zu lassen. Mit der Zeit wurde aus der Halskrause das sogenannte Beffchen, zwei rechteckige Stücke aus weißem Stoff. Professoren, Dozenten, Anwälte und Richter trugen alle den schwarzen Talar mit Beffchen, mit der Zeit auch lutherische Pastoren wie Paul Gerhardt. Mit der Zeit schätze man die Gelehrsamkeit immer mehr, und so begannen immer mehr Pastoren, schwarze Talare zu tragen, um zu zeigen, dass auch sie gelehrt waren, sodass sich die Sitte auch in den lutherischen Kirchen änderte. Im 19. Jahrhundert trugen bekenntnisgebundene Pastoren wie Louis Harms ihn eben auch. Die Hermannsburger Missionare brachten den schwarzen Talar mit Beffchen auch hierher nach Südafrika, und so kennen wir seit etwa 250 Jahren lutherische Pastoren in jener Amtstracht.

Letztlich wird die Amtstracht in der lutherischen Kirche nicht genau definiert. Seit einigen Jahren tragen immer mehr lutherische Pastoren wieder nach altem Brauch weiße Albe und Stola. Immer mehr tragen auch wieder zur Feier des Abendmahls die schöne Kasel. Die Hauptsache bei alledem bleibt aber, dass die Amtstracht die Person der Pastors verdeckt und das Amt hervorhebt, dass sie das Prinzip der Amtskleidung der Diener Gottes seit jeher beibehält: dass sie hilft, das Heilige vom Weltlichen zu trennen, und dass sie dabei möglichst herrlich und schön sein soll, um Gott dem Herrn Ehre zu geben, die Schönheit Gottes und das schöne Amt des Evangeliums darzustellen. Amen.


INVOKAVIT (Der Herr über die Versuchung)

Wochenspruch

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3, 8b

Introitus

Nr. 21 (Psalm 91, 15 u 16a. 1)

Epistel

Weil wir einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Hebräer 4, 14 – 16

Hauptlied

Ein feste Burg ist unser Gott 242
Ach bleib mit deiner Gnade 253

Evangelium

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht”. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.” Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „ Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.” Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben: „ Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.” Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.

Matthäus 4, 1 – 11


liturgische Farbe: violett

Festzeit: Fastenzeit

Wochenspruch: 1. Joh 3,8b

Wochenpsalm: Ps 91

Eingangspsalm: Ps 34

Epistel: Hebr 4,14-16

Evangelium: Mt 4,1-11

Predigttext: 1. Mose 3,1-19 (20-24)

Wochenlied: 362 und 347

Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).

I(Evangelium): Mt 4,1-11

II: Hebr 4,14-16

III: 1. Mose 3,1-19 (20-24)

IV: 2. Kor 6,1-10

V: Lk 22,31-34

VI: Jak 1,12-18