Predigt Epiphaniasfest 2026

Das Christfest liegt nun schon an die zehn Tage hinter uns! Wir werden uns aber wohl noch daran erinnern, dass am Christabend von der Erscheinung der heilsamen Gnade Gottes geredet wurde. Und dann, am Ersten Christtag selber, war die Erscheinung der Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes das Thema. Und heute feiern wir nun das Epiphaniasfest, das auch das Fest der Erscheinung Christi genannt wird. Aber wieso? Ist dieses nicht eine Verdoppelung, die man nach heutigen Regeln der Einsparung, eigentlich ausschalten sollte?

Die wiederholte Betonung der Erscheinung, ist in diesem Jahr besonders auffällig, weil wir an den betroffenen zwei Tagen vom Christfest, und auch heute, immer wieder über Texte aus den Epistellesungen, zu predigen hatten, und es auch heute noch haben! Das Thema der Erscheinung des Heilands der Welt, ist ja genau die Botschaft, die der Apostel Paulus in die Welt hinausgetragen hat. In dem Kind in der Krippe ist die Gnade und die Liebe Gottes zu uns Sündern, für uns, und alle Welt, sichtbar geworden!

Bevor es nun weiter geht, ist es aber auch noch wichtig, dass wir etwas über den Ursprung von dem Epiphanias Fest erfahren. Als man so ungefähr im Jahr 380 nach Jesu Geburt, in der christlichen Kirche, das Christfest auf den 25. Dezember festgelegt hatte, galt noch der alte, sog Julianische Kalender. Dieser Kalender, der schon im Jahr 45 vor Jesu Geburt eingeführt wurde, war aber leider nicht sehr akkurat in der Zeitberechnung. Im Jahr 1582 wurde deshalb, nachdem modernere Berechnungsmethoden erfunden waren, der neue, sog Gregorianische Kalender eingeführt. Das hat bedeutet, dass die Daten alle um 11 Tage verschoben werden mussten, um die Fehler, die durch den vorigen Kalender verursacht wurden, wieder auszugleichen. Und so wurde aus dem 25. Dezember vom alten Kalender, nun der 7. Januar auf dem neuen Kalender. In der sog Ostkirche, das ist heute die griechisch-orthodoxe Kirche, und auch andere orthodoxe Kirchen im Osten, hat man dann aber weiterhin das Christfest am 6/7 Januar gefeiert, während die Kirchen in Europa zu dem neuen 25. Dezember, übergegangen sind.

Und so ist im Westen dann auch die Tradition eingeführt worden, dass man zusätzlich zum 25 Dezember, am 6. Januar, besonders das Kommen der Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem, wie es im heutigen Evangelium berichtet wird, feiert. Und, weil diese Weisen als Heiden eingestuft waren, gab man diesem Tag dann auch den Namen: „Weihnachtsfest der Heiden.“ Das Epiphaniasfest will uns dadurch also besonders an die Ausbreitung des Evangeliums in alle Welt hinaus, erinnern! Es geht um die Sammlung der einen Gemeinde und Kirche Jesu Christi, aus Juden und Heiden! Deshalb hat dieses Fest bis heute noch einen starken Missionscharakter! Das ist auch aus unserem Text, den der Apostel Paulus ausdrücklich als „Heidenapostel“ geschrieben hat, zu erkennen.

Ihr Lieben, das Thema in diesem ganzen Brief an die Epheser, aus dem unser Text kommt, ist die Einheit der neutestamentlichen christlichen Kirche damals! Diese Kirche bestand ja aus christgläubigen Juden und bekehrten Heiden! Da war aber leider oft noch Spannung zwischen diesen beiden Gruppen! Das kam daher, weil die Juden, und sogar die Apostel und Jünger Jesu, die zum christlichen Glauben übergetreten waren, sich doch nicht ganz lösen konnten von den Sitten und Gebräuchen, wie z B, der Beschneidung, die im alttestamentlichen Gesetz vorgeschrieben waren! Sie waren nämlich alle immer noch der Meinung, dass diese Vorschriften als Bedingung zum Heil und zur Seligkeit, auch von den Christen, eingehalten werden mussten! Deshalb lesen wir öfter davon, wie der Apostel Paulus sich gegen diese Haltung gewehrt hat, und wie man sich dann schließlich geeinigt hat! Einmal hat er sich sogar mit Petrus persönlich hierüber sehr hart gestritten!

Das traditionelle Judentum hat sich ja auch gerade wegen dieser Spannung, von Anfang an, schon so scharf gegen Christus und die christliche Kirche gewehrt! Sie wollten nicht, dass ihre alt-eingesessenen Traditionen und angeblich unaufhebbare Gesetze, geändert wurden! Aber, dies war ja nun einmal das Geheimnis Christi, welches der Herr dem Apostel Paulus wieder neu offenbart hatte! Es geht nämlich darum, dass auch die Heiden, dass heißt die Menschen, die nicht zum Volk Israel gehörten, selig werden sollen! Und das, ohne dass sie die ganzen Vorschriften des Gesetzes alle einhalten mussten! Paulus betont es immer wieder, und auch hier, in Vers 6: „dass die Heiden Miterben sind, und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus Jesus sind, durch das Evangelium!“

Liebe Gemeinde, die Juden damals machten den großen Fehler, dass sie meinten, dass sie aus dem alten Bundeszeichen der Beschneidung, das Gott Abraham, 1. Mose 17 schon gegeben hatte, ein Zeichen der Eksklusivität machen konnten! Dadurch wollten sie den Zugang zu Gott nur für sich selbst behalten! Menschlich gesehen hätte das ja bestimmt große Vorteile, wenn man den Dienst des Allmächtigen Gottes, nur für sich selbst, gegen die Anderen benutzten und einsetzen konnte! Das wäre dann so ähnlich gedacht, wie man heute noch im Ahnenkult denkt! Wer meint, die stärkeren Ahnen an seiner Seite hat, fühlt sich sicher! Dabei hatte man in Israel aber ganz vergessen, dass Gott schon zu Abraham gesagt hatte, 1. Mose 12, 3: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“! Und bei Jesaia 60, 3 lesen wir: „Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen,“ wie wir es vorhin in der Antiphone schon gesungen haben.

Dadurch hatte Gott ihnen ja schon längst gesagt, dass die Botschaft von dem Heil der Welt, über das jüdische Volk, zu allen Menschen hinkommen sollte! Dieses Geheimnis hatten sie weder erkannt noch begriffen! Und sie wollten es auch nicht erkennen, sogar als Jesus es ihnen persönlich gesagt hat! Und das hatte schließlich schlimme Folgen für sie! Das Gebot welches forderte, dass alle, die mit zum Volk Gottes gehören wollten, beschnitten sein mussten, konnten sie, unter sich, schon noch halten! Aber das Doppelgebot der Liebe zu Gott und allen Menschen, war viel schwerer, und deshalb wurde es auch nicht von ihnen, in seiner vollen Auswirkung, beachtet.

So geht es leider oft, wenn wir Menschen auf Grund von Missverständnissen und falschen Vorstellungen, gesetzmäßige Vorschriften machen! Man kommt dabei, besonders in kirchlichen Sachen sehr schnell zu dem Punkt, wo es heißt: „nur so, wie wir es machen ist es richtig, und nicht anders!“ Wieviel Schuld die Kirche in den letzten 2000 Jahren durch diese Haltung schon auf sich geladen hat, weiß nur der liebe Gott! Und es kam immer dadurch, weil man sich, und seine eigenen Ideen, mit Gewalt durchgesetzt hat! Oder man wollte sich auch vor den Meinungen und Erkenntnissen der Anderen abkapseln, und schützen! Wie viele Menschen sind dabei wohl uns Leben gekommen? Und mehr noch, wieviele sind dadurch vom Glauben abgehalten worden, oder ganz abgefallen? Gott sei es geklagt!

Liebe Gemeinde, dieses ist aber nicht nur Sache der Juden, oder der Katholischen Kirche von damals! Nein, diese Art Aussagen und Behauptungen kommen einem doch auch irgendwie erschreckend bekannt vor! Und es ist vielleicht der Zeitpunkt da, dass wir uns auch einmal fragen müssen, wo wir in dieser Sache stehen! Ist es vielleicht möglich, dass diese Art Haltung auch uns hindert, Licht in dieser Welt zu sein, damit durch uns das Heil Gottes zu den Völkern in unserem Land kommen kann?

Ihr Lieben, es stimmt! Wir sollen und dürfen niemals die Botschaft des Evangeliums; „aus Gnaden allein, durch Christi Verdienst allein, und, allein durch den Glauben an Christus“ ändern, oder abschaffen! Aber wir sollen diese Botschaft, dieses Geheimnis, den Menschen, die Christus noch nicht kennen, auch in Liebe sagen! Dann werden sie sich auch dahingezogen fühlen, besonders wenn dieses Zeugnis auch noch durch unser gelebtes Vorbild unterstützt, und dadurch für sie, glaubwürdig gemacht wird! Wir haben die biblische Botschaft so wie sie dort aufgeschrieben steht! Und wir haben auch die Aufgabe dieses Evangelium weiter zu reichen, oder, um mindestens dazu beizutragen, dass es den andern gesagt werden kann! Dafür sollen wir dann auch wirklich alle Mittel, unsre Gaben und Talente, von unserem Geld und unserer Zeit, die der Herr uns geschenkt hat, einsetzen!

Sieht es vielleicht heute in der Welt, und in unserem Land, so schlecht aus, weil die Kirche versagt hat? Weil sie nur immer auf sich selbst, den eigenen Vorteil, und die eigene Position geachtet hat? Haben wir dabei vielleicht ganz vergessen, das Wort auszubreiten? Und könnte es deshalb sein, dass dadurch so viel weniger Menschen zum Glauben gekommen sind, und dass deshalb das gottlose Wesen, weltweit, und auch in unsrem Land, so überhandgenommen hat?

Wie steht es denn mit den Kirchen, die bei uns durch die Arbeit der Missionare aus der Hermannsburger Mission entstanden sind? Was tun wir wirklich, um die Probleme die dort, besonders auf finanziellem Gebiet bestehen, permanent zu lösen und zu überbrücken?

Die Botschaft von dem Heilsplan Gottes war dem alttestamentlichen Israel nicht so klar und deutlich gesagt, wie uns, sagt uns unser Text! Aber, seit über 2000 Jahren ist sie nun schon in der Kirche allgemein bekannt! Deshalb sind wir, durch die Gnade Gottes, die uns wieder zum Christfest erschienen ist, auch zu dem Amt berufen, um, genau wie der Apostel Paulus in seiner Zeit, dieses den Menschen zu sagen! In diesem Sinne ist auch die Entwickelung, um wieder Morgenandachten in Zulu auf den Farmen, und in der Betriebswirtschaft, zu halten, eine sehr positive Entwickelung, die auf jeden Fall durch unsere Gebete, als Gemeinde unterstützt werden muss!

Ihr Lieben, heute feiern wir das Epiphanias Fest, das sog Weihnachtsfest der Heiden. Heute ist die Kollekte für die Mission bestimmt! Möge Gott uns seine Gnade geben, damit es durch unser Zutun, in diesem neuen Jahr, auch bei vielen Heiden, Weihnachten werden darf. Amen.

Wir beten: Herr Gott, unser himmlischer Vater, wir danken dir für das Wort, das wir jetzt gehört haben. Herr, wir müssen zugeben, dass deine Gnade und Liebe, die allen Menschen gilt, für uns auch ein Geheimnis ist. Nur du kannst, in der Kraft deines Heiligen Geistes, uns dieses offenbaren! Wir bitten dich, gib uns allen den Mut und die Kraft, damit wir mithelfen können und werden, dieses Geheimnis auch den Menschen um uns herum, bekannt zu machen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.