Reformationsfest (Das ewige Evangelium) – 2022

Fasziniert verfolgten 1976 Fernsehzuschauer in aller Welt die Olympischen Spiele. Die kleine, flinke rumänische Turnerin Nadia Comaneci meisterte schwierigste Turnübungen und erhielt dafür eine perfekte 10. Dies war die erste perfekte Note in der Geschichte des olympischen Turnens. Voller Bewunderung hätten viele Fernsehzuschauer vielleicht gerne mit ihr getauscht. Was die meisten aber nicht wissen, ist dass Nadia Comaneci bald nach ihrem perfekten Ergebnis versuchte, sich das Leben zu nehmen. Äußerlich schien die talentierte Sportlerin ganz oben zu stehen, doch innerlich hatte sie Angst, wurde von Konflikten gequält und schließlich von Verzweiflung überwältigt. Gott sei Dank, dass ihr Versuch nicht gelang. Aber was diese junge Sportlerin damals erlebte, spielt sich auch heute ab. Viele Frauen sehen nach außen hin glücklich aus, innerlich aber kämpfen sie – vielleicht mit ungehorsamen Kindern, lieblosen Ehemännern, mühsamer Arbeit und einem Gefühl der Sinn-losigkeit. Viele Ehemänner sehen nach außen hin glücklich aus, aber innerlich stehen sie unter Leistungsdruck, unbarmherzigen Verpflichtungen und Angst vor dem Versagen. Krankenschwestern sind oft völlig überlastet, Ärzte ebenso, Lehrer müssen ständig mit Eltern zanken, Unternehmer und Geschäftsleute fragen sich, wie das weitergehen soll, Studenten und Schulkinder fühlen sich vom Examensdruck und übervollen Wochenkalendern überwältigt.

Wenn du von Konflikten und Druck in deinem Leben herausgefordert wirst, wenn es dir an den Kragen geht und du dein Leben infrage stellst, dann höre das Wort des Herrn: [2-3.8] Wenn das Leben dich herausfordert und der Satan feurige Pfeile auf dich abschießt und du mit der Verzweiflung ringst, schütze dich mit dem mächtigen Wort Gottes. Das ist das Erbe der Reformation. Deine Lage wird sich vielleicht nicht sofort ändern, aber Gott wird dir die Kraft und den Mut geben, auch die schwierigsten Probleme zu bewältigen, weil du seine Gnade kennst und hast. Er gibt dir die Gewissheit, dass sein heiliges Wort deine feste Zuflucht und sichere Kraftquelle ist. Gott ist immer da. Wenn du in Schwierigkeiten bist, fürchte dich nicht. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke.

Immer wieder haben Gottes Kinder das erlebt, z.B. als Hiskia König war. Da hatte Sanherib, König von Assyrien, Hiskia bedroht, und er bedrohte auch die ganze Stadt Jerusalem mit der Zerstörung. Hiskia aber erklärte dem Herrn seine Not. Er ging in den Tempel und breitete Sanheribs fürchterlichen Drohbrief auf dem Altar aus und betete: „Ach Herr, unser Gott, ich bitte dich, rette uns aus seiner Hand.“ In der Bibel steht, dass der Herr den Brief las und antwortete und sagte: „Das Königreich Assyrien soll nicht in diese Stadt kommen und keinen Pfeil hineinschießen, denn ich werde die Stadt verteidigen um meinetwillen und auch um meines Knechtes willen.“ Dann geschah es. Die Bibel berichtet, dass in jener Nacht der Engel des Herrn auszog und 185.000 assyrische Soldaten schlug. Als die Menschen frühmorgens aufstanden, lag in den Zelten der Feinde alles voller Leichen. Der rechte Mann hat eben für Israel gestritten. Die Bibel erzählt diesen dramatischen und erschütternden Bericht aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. über Gottes wundersames Eingreifen und Schutz zu unserer Ermutigung. In allen Konflikten und Schwierigkeiten will Gottes mächtiger Geist uns zeigen, dass Gott unsere Stärke ist in allen Nöten, die uns treffen, dass er immer da ist, wenn wir in Schwierigkeiten sind. Die Liebe und das Erbarmen Gottes haben sich seit den Tagen von König Hiskia nicht verändert. Gott erhört diejenigen, die ihn anrufen. Das sagt und lehrt die Bibel deutlich.

In den gefährlichen Tagen der Reformation suchte Martin Luther Kraft und Mut in diesem Psalm, Psalm 46. (Depression, Krankheit, Unwissenheit Leute, Feinde) Er las ihn mit Freude, und Luthers belastetes Herz wurde durch die Erkenntnis ermutigt, dass Gott tatsächlich seine Zuflucht und seine Stärke war. In Luthers Tagen der schrecklichen Prüfung war Gott immer gegenwärtig. Die kräftigen und bewegenden Worte dieses unerschütterlichen Liedes bewegten Luther dazu, das große Reformationslied „Ein feste Burg ist unser Gott“ zu schreiben. Wenn sich Unruhe und Frustration in deinem Leben auftürmen, dann baue auch du auf die Kraft Gottes, um mit allen Schwierigkeiten effektiv umzugehen und sie auf eine gottgefällige Weise zu bewältigen.

Lieber Christ, der Teufel will dich überzeugen, dass deine Herausforderungen und Nöte nur Illusionen sind, nur in deinem Kopf stecken, und dass du bloß ein bisschen anders denken musst, um sie zu bewältigen. Hör nicht auf ihn. Diese selbstzerstörerische Philosophie ist sehr beliebt. Ein moderner Psychologe sagte: „Die Lösung des Lebens ist zu glauben, dass Probleme einfach nicht existieren.“ Das ist auch der Ansatz vieler DIY Bücher, dass du nur anders denken musst, dann hast du kein Problem. Sag dir das nur immer wieder, täusche dich selbst, und du hast Erfolg in allen Bereichen, vom Beruf bis zum Sport. Seriöse Psychologen aber gehen anders an die Sache heran. Und in der Bibel findet sich nochmal eine ganz andere Sichtweise auf die Ursache der Konflikte im Leben. In Eph 6 lesen wir: „Wir haben nicht gegen Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“ Du und ich haben es heute, ob wir es wissen oder nicht, ob wir es wollen oder nicht, mit den Mächten der Finsternis zu tun, mit bösen geistlichen Mächten. Wenn wir uns auf unsere eigene Kraft verlassen, haben wir keine Chance, den Kampf zu gewinnen, geschweige denn zu überleben. Um die Herausforderungen und Prüfungen des Lebens zu bestehen, brauchen wir also eine Kraft, die den Teufel besiegt. Und die Bibel sagt uns, dass Gott uns genau diese Kraft anbietet. Eph 1: „Wie überschwenglich groß [ist] ist seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der in Christus gewirkt hat.“ Durch sie hat Gott der Vater Jesus „von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.“ Jesus hat Macht über alles und besiegt den Teufel. Für deine Sünden und meine wurde Jesus grausam gekreuzigt – für alles, was der Teufel und dein Gewissen gegen dich halten. Alle diese Sünden, jede einzelne von ihnen, egal wie unbedeutend sie erscheinen mögen, sind die schrecklichen Sünden, die die kalten Nägel in die lieben Hände unseres Heilands trieben, als er blutüberströmt am Kreuz von Golgatha hing. Ja, durch seine blutigen Wunden, sagt uns die Bibel, durch sein sündenreinigendes Blut werden du und ich von unseren Sünden geheilt. „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.“ Diese überschwängliche Kraft Gottes findest du in den Sakramenten, Taufe und Abendmahl, im herrlichen Evangelium von Jesus Christus. Suche und empfange du dann auch diese Kraft für deine Herausforderungen und Nöte!

Nimm dir mal einen Augenblick Zeit und liste in Gedanken die zwei größten Probleme auf, die dich belasten. Vielleicht ist es deine Gesundheit. Vielleicht deine Arbeit. Vielleicht deine Finanzen. Vielleicht deine Ehe. Vielleicht deine Sorge darüber, was du machen wirst nach der Schule oder nach dem Studium. Vielleicht machst du dir Sorgen darüber, wie du mit dem Älterwerden fertig wirst. Im Lichte deiner beiden drängendsten Sorgen frage ich: Glaubst du, dass der Gott, der die Drakensberge und den Krügerpark, unsere Midlands und den riesigen Indischen Ozean geschaffen hat, die Macht hat, dir zu helfen? Glaubst du, dass derselbe Gott, der Blinde sehend und Taube hörend gemacht hat, der Lahme wieder hat gehen lassen und Tote zum Leben erweckt hat, auch die Macht hat, dir bei der Bewältigung deiner Probleme zu helfen? Oder meinst du vielleicht, dass deine Nöte und Herausforderungen den Schöpfer des gesamten Universums in die Knie zwingen, dass sie für ihn zu viel sind, dass deine Nöte den Allmächtigen ohnmächtig machen würden?

Lieber Christ, Gott lädt dich ein, mit deinen großen Nöten zu ihm zu kommen. So wie Menschen früher bei Kriegsgefahr und -not in die feste Stadt und in die Burg flohen und dort Schutz vor den Feinden und allen bedrohlichen Mächten zu bekommen, so lass du diese deine beiden größten Nöte und alle Nöte dich zu Gott treiben. Er macht den Kriegen ein Ende. Sogar wenn die Erde ins Wanken kommt und zerbricht und das Meer wie verrückt braust und wütet und die Berge in sich zusammenfallen, sogar dann lässt es sich in Gottes fester Burg gut leben. Darum fürchten wir uns nicht, singt der Psalm. Trotz aller Nöte und Bedrohungen bleibt Gottes Volk fröhlich und lustig; Gott versorgt sie; Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie festbleiben; Gott hilft ihr früh am Morgen. Er droht den Chaosmächten und ruft: Seid still! Erkennt, dass ich Gott bin! Nicht deine Nöte sind Gott. Nicht deine Sorgen sind allmächtig. Das ist nur einer, Gott, der Herr, der Höchste auf Erden. [12]

Dieses Leben ist voller Herausforderungen, Konflikte und Probleme, und der Herr ist sich all dessen wohl bewusst. Gott der Herr hat Mitgefühl mit unseren Schwierigkeiten. Dein Erlöser, dein Heiland versteht voll und ganz, was du gerade durchmachst. Er versteht, was sein Kind bewegt, er kennt deine Probleme, aber er hat auch eine Lösung. Noch bevor wir seinen herrlichen Namen anrufen, sagt die Bibel, dass Gott eine Antwort auf unsere Schwierigkeiten hat. Gott ist unsere Zuflucht und unsere Stärke, unsere feste Burg im Angesicht all der große Nöte, die uns treffen. Er ist immer da, wenn wir Probleme haben. Er lädt dich immer ein, sie zu ihm zu bringen. Und seine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Er gibt dir der Kraft, deine Probleme und Nöte im Glauben anzugehen. Lege sie wie Hiskia vor Gott hin, dass er sie sieht und wahrnimmt und liest. Überlass ihm die Lösung. Zweifle nicht an Gottes Verheißungen, und lebe jede Stunde in der Zuversicht und der Gewissheit der Kraft der Auferstehung Jesu Christi. In Ihm werden deine Sorgen und Schwierigkeiten überwunden. Nicht, weil ich es sage, und nicht aufgrund deiner eigenen inneren Stärke. Nein, sondern weil sein helfender Christus über alle großen Nöte siegt, die uns getroffen haben. Solas. Amen.