16. Sonntag nach Trinitatis (Der starke Trost) – 2019

16. Sonntag nach Trinitatis (Der starke Trost)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Text: Lukas 7, 11 – 17

11Und es begab sich danach, dass er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seine Jünger gingen mit ihm und eine große Menge. 12Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Toten heraus, der der einzige Sohn seiner Mutter war, und sie war eine Witwe; und eine große Menge aus der Stadt ging mit ihr. 13Und als sie der Herr sah, jammerte sie ihn, und er sprach zu ihr: Weine nicht! 14Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben stehen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! 15Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter. 16Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk besucht. 17Und diese Kunde von ihm erscholl in ganz Judäa und im ganzen umliegenden Land.

Lasst uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, wir danken dir für dein Wort, durch das du uns deinen reichen Trost schenkst! Herr Jesus Christus, du hast auch den Tod, den letzten Feind, für uns besiegt! Wir danken dir dafür! Komm, Herr, und segne jetzt unser Reden und unser Hören! Amen.

Im Namen Jesu, liebe Gemeinde

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“ Das sagt Gott uns schon im Alten Testament durch den Propheten Jesaja, im letzten Kapitel von seinem Buch (66, 13). Hier redet Gott durch seinen Propheten von der neuen Zeit, wenn der Messias auf die Erde gekommen ist! Unser Thema für diese Woche, dass wir bei der Begrüßung, vorhin schon gehört haben, heißt: „Der starke Trost!“ Und hier in unserem Text geht es nun genau um diesen Trost, den der Heiland, Jesus Christus, uns in diese Welt gebracht hat!

Jesus zeigt uns hier sein persönliches Mitleid mit dieser Witwe, die wirklich alle Hoffnung im Leben, durch den Tod ihres einzigen Sohnes, verloren hatte! Und dann offenbart er seine Macht, die er als Gottes Sohn hat! Er tut das dadurch, dass er diese traurige Lage, auf drastische Art und Weise, zum Guten verändert! Und so sollten die Menschen damals und sollen auch wir heute, an diesem Wunder erkennen, dass Jesus Christus wirklich der Messias, der Heiland, Retter und Erlöser, für uns, und für alle Menschen, ist! Durch dieses Wunder hat er diese arme Witwe getröstet! Aber durch seinen Tod am Kreuz hat er allen Menschen den einzig gültigen Trost gebracht! Dieser Trost ist die Sicherheit, dass wir, und alle die an ihr glauben, in den Himmel kommen werden, wenn wir eines Tages Sterben! Und von denjenigen, die schon vor uns im Glauben an ihn gestorben sind, wissen wir deshalb nun auch genau, wo sie jetzt sind, nämlich in Ruhe und im Frieden in Gottes Hand! Mit diesem Wissen will Gott uns heute, und alle Tage, trösten!

Liebe Gemeinde, es gab damals, als Jesus auf der Erde gelebt hat, unter den Menschen wohl nichts hilfloseres, als eine Witwe! Frauen hatten damals, gar keine Rechte, weder ein Recht zum Reden, noch ein Recht zum Handeln! Alles musste über den Mann laufen, mit dem die Frau verheiratet war! Man könnte hieraus nun eine lange Geschichte über Frauenrechte machen, aber das hat nichts mit unserem Seelenheil zu tun! Tatsache ist, dass eine Frau deren Mann gestorben war, damals völlig Rechtlos war! Und, weil solche Frauen oft den Besitz des verstorbenen Mannes übernehmen mussten, ohne das Recht, dieses Eigentum eigentlich besitzen zu dürfen, wurden sie deshalb oft gehörig ausgebeutet!

Die eine Hoffnung, die solch eine Witwe wirklich hatte war, dass ein Bruder ihres verstorbenen Mannes sie „übernehmen“ würde! Oder, noch besser war es, wenn sie einen Sohn hatte, und dieser dann, nachdem er „mündig“ geworden war, wieder ihr Vertreter und Sprecher werden konnte! Diese Hoffnung hatte die Witwe in unsrem Text auch, aber nun war dieser einzige Sohn gestorben, und alles lag, wie in Scherben, am Boden! Mitten in dieses Elend und Leid tritt Jesus hinein und tröstet sie! Nicht nur mit den Worten: „Weine nicht!“ sondern auch mit der Tat! Jesus, der allmächtige Sohn Gottes hat ja die Macht über den Tod, und das beweist er hier mit diesem Wunder!

Ja, liebe Gemeinde; Gott hat auch heute noch Mitleid mit uns Sündern! Er weiß genau was für Leid und Schmerz der Tod uns bereitet! Wenn wir an Beerdigungen, den Hinterbliebenen unser Beileid sagen, dann klingt das oft so hohl und leer! Wer von uns kann denn schon wirklich mit jemandem „mit leiden?“ Wer kann denn eigentlich fühlen, was da im Herzen der Trauernden wirklich angeht? Das können wir nicht einfach so erkennen! Aber Jesus weiß es! Und, er hat den Todeskampf zum Schluss ja selber durch gemacht! Nicht wegen seiner Sünde, sondern wegen deiner und meiner Schuld! Der vollkommen sündlose Sohn Gottes hat sich mit unsrer Schuld beladen lassen! Er hat die Gottverlassenheit für uns ausgehalten, und dazu auch noch die Schmerzen der Geißelung und der Kreuzigung!

Wenn er deshalb sagt: „Weine nicht!“ dann hat das „Hand und Fuß!“ Er, der Allmächtige wusste ja auch schon, wie seine eigene Geschichte weitergehen würde! Er, der persönlich gestorben, auferstanden, und in den Himmel aufgefahren ist, weiß deshalb auch ganz genau, was uns bevorsteht! Sein Mitleid mit dieser Witwe in unsrem Text hat ihn dazu getrieben, ihr den gestorbenen Sohn als Lebenshilfe wieder zu geben! Das bedeutet aber nicht, dass er uns nicht liebt, oder kein Mitleid mit uns hat, wenn er uns unsere Verstorbenen nicht auch, durch solch ein Wunder, wie hier in unserem Text, sofort wieder gibt!

Ihr Lieben, wer von uns, der schon einmal hinter dem Sarg von einem Kind, Großkind, Ehepartner, Vater oder Mutter hergegangen ist, hat sich dort nicht auch solch ein Wunder gewünscht? Aber was bringt es? Die Rückkehr aus der seligen Ewigkeit in diese sündige Welt, vielleicht sogar wieder in einen, von Alter und Krankheit geplagten Körper? Deshalb steht in diesem Bericht auch eigentlich nicht die Auferweckung des Verstobenen im Vordergrund! Auch nicht die Mutter, der es allerdings wieder, irdisch gesehen, viel besser gehen würde! Auch nicht der junge Mann, denn der ist ja schließlich irgendwann auch wieder gestorben!

Nein, dieses, und alle die Wunder, die Jesus getan hat, sind zur Ehre Gottes geschehen! Dadurch wurden immer wieder Gottes Wort, und sein Versprechen, dass der Messias kommen würde, bestätigt! Durch diese Wunder sollten die Leute Jesus, als diesen verheißenen Messias, erkennen! Das ist auch öfter geschehen, wie wir es in den letzten Versen in unserem Text lesen können, nämlich: „Und Furcht ergriff sie alle, und sie priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk besucht. 17Und diese Kunde von ihm erscholl in ganz Judäa und im ganzen umliegenden Land.“

Liebe Gemeinde, diese Leute dort in der Stadt Nain, waren gar nicht schlecht im Alten Testament unterrichtet! Sie konnten gleich zwei Stellen zitieren in denen von den Tagen des Messias berichtet wurde, nämlich, 5. Mose 18, 18 wo Gott zu Mose sagt: „Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben.“ Und aus dem Propheten Sacharja, Kapitel 2, 14: „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“ Bei Lukas, Kapitel 1, 67 – 69 lesen wir dazu auch noch: „Und Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David.“

So können wir sehen, dass die Wundertaten Jesu immer dazu da waren, um die Menschen auf den Heiland und Erlöser aufmerksam zu machen! Wenn da heute in einigen Kreisen immer so viel Wert auf das Heilen und das Gesundbeten gelegt wird, muss man Fragen was das eigentlich noch soll. Der Messias ist ja schon längst da! Und sowieso ist alle Heilung und alles gesund werden, auch das im Hospital und durch das Nehmen von Medizin, immer ein Geschenk der Gnade Gottes, wofür wir ihm von Herzen danken sollen! Es ist auch nicht der Auftrag der Kirche, die Menschen körperlich gesund und ohne Schmerzen zu halten! Die Bibel sagt uns nicht: Gott will, dass alle Menschen immer gesund sind und bleiben, sondern: „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen!(1. Tim. 2, 4)

Deshalb heißt unser Auftrag: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!“ Dass heißt: Heilt die Leute auf ewig! Gebt ihnen das, wodurch sie in den Himmel kommen werden! Gebt ihnen diesen starken Trost, damit sie wissen können, dass ihnen, durch den Glauben an Jesus, die ewige Seligkeit bevorsteht! Das ist das endgültige Ziel unsres irdischen Lebens! Nicht, dass wir reich werden, oder immer gesund bleiben! Sondern, dass Jesus Christus für uns zum Fundament unseres Glaubens wird, weil wir wissen, dass er uns erlöst hat!

Liebe Gemeinde, eines ist und bleibt trotz allem, sicher! Das Sterben wird immer eine schlimme Sache bleiben! Der Abschied von geliebten Menschen wird immer mit Trauer und Schmerz verbunden bleiben! Das kann nicht anders sein, weil man ja miteinander oft aufs Engste verbunden war! Und die Furcht vor dem eigenen Tod ist uns dazu auch noch angeboren! Und sie wird auch noch weiter gestärkt durch das Wissen, dass damit die finale Entscheidung für die Ewigkeit, für uns gefallen ist! Es ist wie mit einem Examen! Zuerst meint man: Das hab ich mit Leichtigkeit geschafft! Aber in den Tagen danach, wenn man auf das Ergebnis wartet, fängt man oft an zu zweifeln! War es wirklich genug? Waren da nicht doch grobe Fehler, die einem Punkte hätten kosten könnten? Mit ähnlichen Versuchungen und Gedanken, macht sich der Teufel auch gerne an diejenigen auf dem Sterbebett heran! Dann helfen nur der Glaube und der starke Trost, den Christus uns, durch seine Auferstehung, gebracht hat!

Jesus, der von sich selber im heutigen Evangelium sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt: und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben, “ kann nicht lügen! Deshalb gelten diese Worte auch für uns, und besonders für alle, die vom Teufel mit Zweifel geplagt werden! Dieser starke Trost lässt uns in christlicher Hoffnung, der fröhlichen Auferstehung entgegen gehen! An unseren Gräbern wird auch eines Tages der Heiland stehen und sprechen: „Ich sage dir, stehe auf!“ Und wir werden auferstehen zum ewigen Leben! Und Jesus wird uns dem Vater wieder geben! Dann werden wir in der neuen Schöpfung in Ewigkeit mit ihm vereint sein!

Möge Gott uns dieses Wissen und diesen starken Trost in unsre Herzen geben, damit nichts uns davon abbringen kann! Dafür wollen wir ihm von ganzem Herzen danken! Amen.

Wir beten: Herr Jesus Christus, du Todesüberwinder, wir danken dir, dass du uns in unserer Taufe als deine Kinder angenommen hast! Hab Dank, dass du uns trotz Zweifel, Anfechtung und Sünde, immer wieder die Botschaft des Trostes, verkündigen lässt! Gib, dass wir sie auch im Glauben annehmen, und dass wir in diesem Trost der Ewigkeit entgegen gehen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen.


16. Sonntag nach Trinitatis (Der starke Trost)

Wochenspruch

Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

2. Timotheus 1, 10b

Introitus – Nr. 57 (Psalm 16, 10 – 11; Psalm 30, 2)

Epistel

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

2. Timotheus 1, 7 – 10

Hauptlied
O Tod, wo ist dein Stachel nun 188
Was mein Gott will, das gscheh allzeit 335

Evangelium

Es lag einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta. Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank. Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, liegt krank. Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders. Als Marta nun hörte, dass Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, dass er auferstehen wird – bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist. [Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich weiß, dass du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umher steht, sage ich’s, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und lasst ihn gehen! Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.]

Johannes 11, 1 – 3 u 17 – 27 [41 – 45]


liturgische Farbe: grün

Festzeit: Trinitatiszeit

Wochenspruch: Ps 145,15

Wochenpsalm: Ps 104

Eingangspsalm: Ps 145,15

Epistel: 2. Kor 9,6-15

Evangelium: Lk 12,(13-14) 15-21

Predigttext: Jes 58,7-12

Wochenlied: 324 und 502


Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).


I(Evangelium): Lk 12,(13-14) 15-21

II: 2. Kor 9,6-15

III: Jes 58,7-12

IV: 1. Tim 4,4-5

V: Mt 6,19-23

VI: Hebr 13,15-16