18. Sonntag nach Trinitatis (Das vornehmste Gebot) – 2022

18. Sonntag nach Trinitatis (Das vornehmste Gebot)


  1. Sonntag nach Trinitatis 2022 – Kirchdorf

Die Gnade unseres Herrn, Jesus Christus, und die Liebe Gottes, und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, sei mit uns allen. Amen.

Text: Epheser 5, 15 – 20

So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, 16und kauft die Zeit aus; denn es ist böse Zeit. 17Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht was der Wille des Herrn ist. 18Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20und sagt Dank Gott, dem Vater für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.

Lasst uns beten: Herr Gott, lieber himmlischer Vater, wir danken dir für dein Wort, dass wir jetzt gehört haben. Gib uns deinen Heiligen Geist, dass er uns auf deinen Wegen, die nach deinem Willen sind, führen und leiten wird. Komm, lieber Herr, und segne dein Wort an unseren Herzen. Amen.

Im Namen Jesu, liebe Gemeinde

Wer immer schon einmal mit Eltern und deren unartigen Kindern zu tun hatte, sei es im Schülerheim, oder bei einer Schule, wird diese Situation, wie sie in diesem Text geschildert wird, wahrscheinlich wiedererkennen. Die Gespräche, die man dabei mit den verschiedenen Eltern, über ihre Kinder, geführt hatte, haben oft gezeigt, dass die meisten dieser Eltern ihre Kinder zu der besten Schule, die sie sich finanziell leisten konnten, geschickt haben. Das hatten sie getan, weil sie ihnen den best-möglichen Start im Leben geben wollten. Groß war dann die Enttäuschung bei den Eltern, wenn einige von diesen jungen Damen und Herren, diesen Einsatz, und die hohen Ideale der Eltern, nicht mit den gebührenden Leistungen erwidert haben. Dann konnte man Aussagen hören, wie zum Beispiel: Vieles haben wir aufgeopfert um dir dieses möglich zu machen, deshalb hättest du dir auch etwas mehr Mühe machen sollen! Im Sinn von unserem Text haben diese Kinder ihr Leben auf eine unweise Art geführt. Dadurch haben sie die Gelegenheiten, die ihre Eltern ihnen geben wollten, verspielt.

In gewisser Weise, erkennen wir im Brief an die Epheser ähnliche Argumente wie die von den Eltern im genannten Beispiel. Gott, unser Schöpfer will auch nur unser Bestes. Deshalb hat er seinen Sohn für uns am Kreuz sterben lassen. Durch diesen Tod können wir immer wieder die Vergebung aller unserer Sünden bekommen, und deshalb haben wir ewiges Leben und Seligkeit. Aber, schätzen wir dieses Geschenk der Gnade und Liebe Gottes eigentlich wirklich? Oder sind wir auch, wie unsere Schüler im Vorbild, total uninteressiert an unserem ewigen Heil. Und das nur, weil wir lieber nach unseren eigenen Wünschen leben wollen?

Liebe Gemeinde, wenn wir uns nun diesen Brief an die Epheser als Ganzes ansehen, dann merken wir, dass der Apostel ganz zu Anfang schon von dem Segen redet, den Gott denen, die an seinen Sohn glauben, geben will. Gleich im 1. Kapitel, in den Versen 13 & 14 lesen wir: „In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem heiligen Geist, der verheißen ist, 14welcher ist das Unterpfand unseres Erbes, zu unserer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Und auf diese Einleitung sind dann alle Teile dieses Briefes aufgebaut und durch sie mit einander verbunden. Durch Gottes Gnade werden wir und alle Gläubigen gerettet. So sind wir auch alle durch unsere Taufe schon zu Mitgliedern seines Reiches berufen worden! Und deshalb lohnt es sich für uns, darauf zu achten, wie wir unser Leben hier auf Erden führen!

Damit wir erkennen und verstehen können, was hier in unserem Text gemeint ist, wollen wir auch noch die Verse hören, die genau vor diesem Textabschnitt stehen, nämlich: „Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Lebt als Kinder des Lichts; 9die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10Prüft was dem Herrn  wohlgefällig ist, 11und habt nicht Gemeinschaft mit der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.“ Und dann setzt unser Text ein, nämlich: „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, usw.“

Ja, liebe Gemeinde, unser irdisches Leben, und auch unser geistliches Leben ist sowieso vor Gott aufgedeckt! Gott weiß ganz genau wer oder was in deinem und in meinem Leben das Sagen hat! Er kennt unseren Glauben und weiß auch genau, wie es um ihn steht. Er sieht auch ganz genau, welche Auswirkung unser Glaube auf unser Leben im Alltag hat! Und er weiß auch ganz genau, wie unweise wir manchmal sind, weil wir nicht darauf achten, was sein heiliger Wille für unser Leben ist.

Im 1. Brief an die Thessalonicher, Kapitel 4, 3 lesen wir: „Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung.“ Deshalb geht es heute darum, dass wir unser Leben im Lichte Jesu analysieren sollen. Im Lichte Jesu können auch wir nämlich erkennen, wie es um uns steht! Leben wir wirklich als Menschen, die weise sind, und die deshalb den Anweisungen Gottes folgen? Oder sind wir wie die Unweisen, die ihr Leben von den Dingen dieser Welt bestimmen lassen?

Ja, wie wichtig ist es eigentlich für uns, um regelmäßigen Kontakt mit Gott zu haben? Machen wir es wirklich zu einer Priorität, um jeden Tag aus seinem Wort zu lesen und im Gebet mit ihm zu reden? Ist es für uns über alle Dinge wichtig, um zum Gottesdienst zu kommen, und oft am Heiligen Abendmahl teilzunehmen? Oder werden solche Gedanken und Aktivitäten bei uns immer wieder zum unteren Ende unserer Liste herabgeschoben als etwas, das wir dann tun wollen, wenn es wirklich nicht „besseres“ zu tun gibt?

Liebe Gemeinde, es ist für unseren „Alten Adam“ doch so leicht, um immer wieder Entschuldigungen zu finden, die unsre Zeit für den Kontakt mit Gott, aufgebrauchen. Wir kennen das alles aus unserem Alltag: Morgens sind alle zu eilig, und abends sind wir oft schon zu müde, oder es gibt dieses oder jenes „wichtige“ Fernsehprogramm, das wir unbedingt sehen müssen. Und schon ist noch ein Tag ohne Andachten dahin! Und am Sonntag gibt es doch auch oft „so wichtige Dinge“ zu tun, das wir „leider“ weder hier, noch irgendwo anders, in einer unserer Gemeinden, wo wir gerade zu Besuch sind, zum Gottesdienst gehen können!

Wir müssen alle miteinander darauf achten, dass diese Lebensart, unweise ist! Durch sie verlieren wir nämlich viele Gelegenheiten, um in Gottes Gegenwart zu kommen. Deshalb kann es bei uns sehr schnell dazu kommen, dass wir den Dingen der Welt, in diesen bösen Zeiten, verfallen werden. Der Stress und das Herumrasen werden nämlich nur immer schlimmer! Und gleichzeitig nehmen die Festigkeit im Glauben, die Ruhe und der Friede Gottes in unseren Herzen ab, bis sie schließlich ganz verschwinden! Dann bleiben wir zuletzt ganz allein stehen, und müssen uns selber weiter helfen!

Und so ist der nächste Schritt sehr leicht, dass wir anfangen um nach den sprichwörtlichen „Strohhalmen dieser Welt“ zu greifen! Dinge wie Alkohol, Drogen und alle möglichen anderen Perversionen scheinen ja in solch einer Lage zu helfen! Aber zum Schluss lassen sie den Menschen nur noch tiefer fallen! Wie schade! Alles nur, weil solche Leute sich nicht um den Willen Gottes für ihr Leben gekümmert haben. Und wenn ihre Kinder dann auch noch denselben Weg gehen, ist es auch kein Wunder!

Aber, liebe Gemeinde, es gibt eine Alternative! Wir Menschen brauchen nicht in solch einer hoffnungslosen Lage, weit weg von Gottes Gnade, zu stecken! Seit unserer Taufe, als wir den Heiligen Geist, der in uns wohnen will, bekommen haben, haben wir direkten Zugang zu Gott, unserem Vater! Deswegen dürfen wir, wie der verlorene Sohn, immer wieder durch Reue und Buße zu unserer Taufgnade zurückkehren! Und so bekommen wir auch immer wieder die Fülle des Heiligen Geistes in unsere Herzen gegossen!

Der wird uns leiten, damit wir nach dem Willen Gottes leben können! Durch ihn werden wir immer wieder davon bewusst gemacht, was der gute und gnädige Wille Gottes für uns, hier auf Erden, bis hin zur ewigen Seligkeit, eigentlich bedeutet. Und so werden wir weise, in der Art, wie wir unser Leben hier auf Erden führen! Dann werden sich auch die Prioritäten bei uns, wie von selbst, wieder richtig einordnen! Und dann wird der Gottesdienstbesuch und das Heilige Abendmahl auch wieder oben auf unseren Listen zu finden sein! Und es werden unsre Herzen auch wieder mit der Freude und dem Frieden Gottes erfüllt sein! Wir werden Gott danken und ihn loben, sei es durch unser Singen, durch unser freudiges Geben, oder auch durch unsre bedingungslose Liebe zu unseren Nächsten! Tatsache ist, die Menschen um uns herum werden es merken, dass sich bei uns etwas geändert hat! Und sie sollen von dieser Änderung auch einen großen Vorteil haben!

Und das alles aus Dankbarkeit für Gottes Gnade und Liebe, und zum Lob seiner großen Herrlichkeit! Ja, Gott hat uns allen verschiedene Gaben und Talente gegeben! Und, er will uns auch alle durch seinen Sohn retten und selig machen! Damit sind wir alle dazu berufen, ihm für dieses Geschenk mit unserem ganzen Leben zu loben, zu dienen und zu danken. Amen.

Wir beten: Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du uns das Maß deiner großen Liebe gezeigt hast! Du hast uns allen geistlichen Segen geschenkt, damit wir die Gewissheit der Erlösung haben können! Gib, dass wir die Freude über unsere Erlösung auch in die Welt hinausstrahlen lassen, damit Menschen dadurch zu dir hingezogen werden! Bringe auch sie, durch deinen Heiligen Geist, zum Glauben und zum ewigen Leben! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.


Lehrpredigt zum 18. Sonntag nach Trinitatis 2022 – Kirchdorf

Gnade sei mit uns, und Friede von Gott dem Vater, und unserem Herrn, Jesus Christus. Amen.

Text: Markus 12, 32 – 34: Und der Schriftgelehrte sprach zu Jesus: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; 33und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. 34Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Lasst uns beten: Herr Gott, unser himmlischer Vater, du allein weißt, wie sehr und oft wir zu leiden haben unter der Spannung, die durch Kulturelle und andere Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen in der Bevölkerung unseres Landes verursacht wird. Herr, stehe uns bei und vergib uns, wo wir uns aneinander versündigen. Komm, lieber Herr, und segne jetzt dein Wort an unseren Herzen. Amen.

Im Namen Jesu, liebe Gemeinde,

Es ist wahrscheinlich ein guter Zufall, dass diese Lehrpredigt zum Thema: Rassismus, genau auf diesen Sonntag, mit dem Thema: Das vornehmste Gebot, fällt! Diese beiden Themen sind nämlich wirklich so nahe mit einander verbunden, dass wir eben sogar wieder einen Teil des heutigen Evangeliums als unsere Textlesung gehört haben. Und dennoch ist die ganze Sache mit dem Thema Rassismus, besonders vom weltlichen Standpunkt her, zurzeit hier bei uns, und auf der Welt, emotional so hochgeladen, dass man sich darin eigentlich gar nicht zurechtfinden kann. Alle beschuldigen sich gegenseitig, Rassisten zu sein. Einige behaupten von sich selbst, sie könnten niemals zu Rassisten erklärt werden. Und, wer des Rassismus schuldig gesprochen wird, bekommt schwere Strafe, usw. und so fort. Aber, was ist das eigentlich, Rassismus? Und wie wirkt sich der Rassismus aus?

Ihr Lieben, die Wurzel dieses Übels hat wahrscheinlich mindestens zwei Zweige. Erstens ist da die Realität, dass sich die Weltbevölkerung über viele Jahre hin, in verschiedene Völker verteilt hat. Diese unterscheiden sich von einander durch unterschiedliche Hautfarbe, und durch total verschiedene Kulturen und Sprachen, usw. Und der zweite Zweig, und wahrscheinlich das größere Übel ist, dass alle Menschen auf dieser Welt, mit der Erbsünde behaftet sind!

Der Duden, der ja, wie viele Wörterbücher auch versucht, die Bedeutung von Worten und Begriffen der Realität gemäß, und ohne irgendwelche emotionale Bindungen, zu erklären, sagt zu unserem Thema Folgendes: „Der Rassismus ist eine Lehre, nach der bestimmte Rassen, oder auch Völker genannt, wegen ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit, anderen Völkern, von Natur aus, überlegen sind.“ Dass es so etwas wie unterschiedliche kulturelle Leistungsfähigkeit, besonders, auf technischem Gebiet gibt, wissen wir alle. Und, solange alle Völker der Erde davon Gebrauch machen dürfen, und Vorteil davon haben können, ist das auch kein Problem!

Ihr Lieben, das Problem ist aber leider schon vor vielen Jahren entstanden, als diejenigen, die etwas leisten konnten, angefangen haben, auf diejenigen Völker, die dieses oder jenes nicht so gut tun konnten, herab zu sehen, und um sich selbst über sie zu erheben! Neid und Habsucht, Selbstüberheblichkeit und Wichtigtuerei, sind nämlich sehr beliebte Waffen des Alten Adams, der ja in einem jeden von uns wohnt! Und deshalb sind Zorn, Zank, Zwietracht, Aufruhr, Krieg und Blutvergießen schon seit den Tagen von Kain und Abel, Teil der Geschichte der Menschheit! Und, wer die Waffen, die die anderen, wegen mangelhaften technischen Könnens, nicht haben, für die Kriegsführung einsetzt, wird Sieger!

Aber, da hören die Probleme leider nicht auf! Der Alte Adam wohnt nämlich auch in denen, die besiegt wurden! Und deshalb wehren sie sich, durch Aufruhr, Bandenlosigkeit und anderen gewalttätigen Mitteln und Methoden. Und so schlägt das Pendel der Gewalttätigkeit auf der Welt immer wieder, wie bei der Uhr, von links nach rechts hin und her. Und der Teufel ist nur immer überall dabei, die Federn seiner Uhren wieder aufzuziehen, damit die Kriege und der Unfrieden in der Welt, ja nur nicht aufhören!

Ihr Lieben, leider sind wir, als Christen, auch alle mit in dieses Getue einbezogen. Wir stehen nämlich mit einem Bein auf der Seite derer, die zurzeit, wegen der technischen Leitungsfähigkeit der westlichen Kultur, als die Sieger dastehen. Und, wir sind deshalb auch oft genug dabei, auf die anderen runter zu gucken. Dadurch sind wir dann auch immer wieder wie Zielscheiben für diejenigen, die unter dem Herrschaftssystem der westlichen Kultur leben. Und das erzeugt natürlich auch bei uns Wiederwillen und Gegendruck, bis hin zum Vergeltungsdrang!

Aber, und das soll unser Trost sein, wir stehen auch gleichzeitig, mit dem anderen Bein im Reich Gottes! Deshalb wissen wir, dass wir nichts, als arme Sünder sind, die sich auch immer wieder ärgern und Böses denken und reden, besonders wenn sie sich angegriffen fühlen! Aber, wir wissen zum Glück auch, dass wir Jesus, als unseren Heiland haben, der für uns und für alle Sünder am Kreuz gestorben ist! Und deshalb brauchen wir solche Gedanken, die wir oft genug über die Mitglieder anderer Völker, z B auf den Straßen in unserem Land und sonst wo auf der Welt, in unseren Herzen und Gedanken hegen, auch nicht zu verneinen, oder abzustreiten! Sondern, wir sollen sie unserem Gott immer wieder beichten und bekennen, und dann seine Vergebung dafür empfangen.

Liebe Gemeinde, als Rückenstärkung für diesen, unseren Glauben, und als Zeichen, dass unser Gott auch bei diesem Problem seine Hand mit im Spiel hat, sollen die folgenden vier Bibelstellen dienen, die zu unserem heutigen Thema in der neusten Ausgabe des Katechismus der Missouri Synode stehen, nämlich:

  1. Apostelgeschichte 17, 26: Gott hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen, und in welchen Grenzen sie wohnen sollen.
  2. Jakobus 2, 1 – 4 & 8 – 9: Liebe Brüder, haltet den Glauben an Jesus Christus, unsern Herrn der Herrlichkeit, frei von allem Ansehen der Person. 2Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit einem goldenen Ring und in herrlicher Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung 3und ihr sähet auf den, der herrlich gekleidet ist, und sprächet zu ihm: Setze du dich hierher auf den guten Platz! und sprächet zu dem Armen: Stell du dich dorthin: oder: Setze dich unten zu meinen Füßen!, 4ist’s recht, dass ihr solche Unterschiede bei euch macht und urteilt mit bösen Gedanken? 8Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift (3. Mose 19): „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, so tut ihr recht; 9wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet überführt vom Gesetz als Übeltäter.
  3. 1. Johannes 3, 14 – 15: Wir wissen, dass wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer nicht liebt, der bleibt im Tod. 15Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und ihr wisst, dass kein Totschläger das ewige Leben bleibend in sich hat.
  4. Offenbarung 5, 8 – 10: Und als das Lamm das Buch nahm, da vielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, 9und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel: denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen, und Sprachen und Völkern und Nationen 10und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.

Ihr Lieben, daraus sollen wir erkennen, dass die Vielfalt der Völker auf der Welt jedenfalls Teil der Schöpfung Gottes ist. Und wir wollen auch aus seinem Wort lernen, wie wir damit umgehen sollen. Dazu kann uns auch noch das bekannte Wort aus 1. Timotheus 2, 1 – 4 helfen, nämlich: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, 4welcher will, dass allen Menschen geholfen werde, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Ja, ihr Lieben, als Christen sollen wir feste mitarbeiten durch unser Gebet, und bei der Unterstützung der Missionsarbeit unter den Völkern, auch hier in unserem Land! Denn, wer den Willen Gottes tut, und dazu beiträgt, dass noch viele Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können, der ist nicht fern von dem Reich Gottes. So kann der Uneinigkeit unter den Völkern nämlich am besten gewehrt werden. Möge der liebe Gott uns dazu seines Geistes Kraft immer wieder schenken. Amen.

Wir beten: O Herr Christ, deck zu unsre Sünd / und solche Lieb in uns anzünd, / dass wir mit Lust dem Nächsten tun, / wie du uns tust, o Gottes Sohn. (LG 287, 8)

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.

18. Sonntag nach Trinitatis (Das vornehmste Gebot)


Wochenspruch

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Introitus – Nr. 59 (Psalm 106, 3; Psalm 1, 1)

Epistel

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

Römer 14, 17 – 19

Hauptlied

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 301 In Gottes Namen fang ich an 454

Evangelium

Es trat zu Jesus einer von den Schriftgelehrten, der ihm zugehört hatte, und fragte ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.” Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.

Markus 12, 28 – 34


liturgische Farbe: grün

Festzeit: Trinitatiszeit

Wochenspruch: 1. Joh 4,21

Wochenpsalm: Ps 1

Eingangspsalm: Ps 19, Ps 36, Ps 67, Ps 84, Ps 113

Epistel: Röm 14,17-19

Evangelium: Mk 12,28-34

Predigttext: Mk 10,17-27

Wochenlied: 397 und 494

 

Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).

 

I(Evangelium): Mk 12,28-34

II: Mk 12,28-34

III: Mk 10,17-27

IV: Jak 2,1-13

V: 2. Mose 20,1-17

VI: Eph 5,15-21