Quasimodogeniti (Die Wiedergeburt) – 2022

Predigt zu Quasimodogeniti

Christusgemeinde Kirchdorf


  1. Könige 13,20f. I.i.

Alfred Hitchcock erzählt… von einer Frau, die im Gefängnis steckt. Nach und nach befreundet sie sich mit dem Gefängniswärter. Jedes Mal, wenn ein Gefangener stirbt, spielt sich die folgende Routine ab: der Wärter läutet die Glocke, holt die Leiche, legt sie in einen Sarg – und nagelt ihn zu. Er legt den Sarg auf einen Wagen, fährt ihn durch ein Tor in der Gefängnismauer zum Friedhof und begräbt den Sarg. Allmählich lernt die Frau diese Routine kennen – und erfindet einen Fluchtplan. Sie sagt zu dem Wärter: „Nächstes Mal, wenn du die Glocke läutest,“ sagt sie zu ihm, „krieche ich aus meinem Kerker und verstecke mich im Sarg mit der Leiche. Du nagelst den Deckel zu und fährst den Sarg auf deinem Wagen aus dem Gefängnis hinaus. Du begräbst den Sarg. Die Luft wird für eine ganze Weile reichen. Am Abend kehrst Du wieder zum Friedhof zurück, gräbst den Sarg wieder heraus und befreist mich.“ Der Wärter ist einverstanden; abgemacht, so soll es sein.

Eines Tages hört die Frau das Läuten der Todesglocke. Sie steht auf, kriecht aus dem Kerker, schleicht sich leise den Gang hinunter, findet den Sarg mit der Leiche drin – und steigt hinein. Bald wird der Sarg geschlossen, sie hört die Nägel und Hammerschläge. Der Sarg wird auf einen Wagen gehoben und auf den Friedhof transportiert. Die Frau merkt, wie der Sarg runtergelassen wird, und hört, wie Erde draufgeworfen wird. Dann beginnt sie hysterisch zu lachen: „Ich bin frei! Frei!“ Neugierig zündet sie ein Streichholz an, um zu sehen, mit wem sie beerdigt ist – und in dem flackernden Licht erkennt sie – den toten Wärter. Auf typisch hitchcockscher Art verklingt die Geschichte mit dem Schreien der Frau – und dann tiefe Stille.

Bist du schon mal zugeschüttet worden? Vielleicht nicht mit Erde – aber mit Fragen schon. Wenn der liebe Gott ein guter Gott ist, warum habe ich solche Schmerzen? Wenn Jesus das Licht ist, warum ist mein Leben so dunkel? Zugeschüttet mit Enttäuschungen – „Warum kannst Du nicht wie Dein älterer Bruder sein?“ Enttäuscht von uns selbst. Oder zugeschüttet mit Verantwortung. „Diesen 60-seitigen Artikel wollen wir morgen besprechen.“ Du hast Versammlungen auf dem Programm von morgens bis abends und am Nachmittag klopft dein Ehepartner an der Tür und sagt: „Denkst du noch daran, dass du versprochen hast, die Jungs zum Rugby nach PMB zu fahren?“ Zugeschüttet mit unserer Vergangenheit – der Augenblick, in dem wir die Beherrschung verloren haben, der Tag, an dem wir den großen Fehler des Lebens gemacht haben. Und obendrein noch zugeschüttet mit unserer täglichen Selbstbehauptung, Selbstrechtfertigung, Selbstgenügsamkeit. Begraben, zugeschüttet unter den Folgen der eigenen Sünde, sitzen wir im Dunkeln, und der Feind hat den Deckel zugenagelt. Und wir schreien oder seufzen zumindest schwer auf und leben mit leblosen Blicken und leeren Herzen.

Begraben, zugeschüttet, unter der Erde – so geht es auch dem Mann im Gotteswort für heute:  Als streifende Rotten der Moabiter ins Land einfielen, begab es sich, dass man einen Mann zu Grabe trug. Als man aber einige [Moabiter] sah, warf man den Mann in Elisas Grab. Da wird das Ganze nur noch schlimmer! Ein Mann ist tot. Das ist nicht gut, das ist traurig. Genauso traurig ist es, dass wir den Namen dieses Mannes nicht kennen, nicht einmal wissen, wo er herkam. Die Beerdigung beginnt, aber plötzlich tauchen böswillige Moabiter auf, keiner ist vorbereitet, die Moabiter greifen an. Die Beerdigung wird unterbrochen, und die Leiche wird mir nichts, dir nichts weggeworfen – wie eine heiße Kartoffel. Aber, wie der Herr das so will, landen die Träger einen Volltreffer, denn die Leiche landet auf Elisa!

Wenn man im 9. Jahrhundert v. Chr. begraben und zugeschüttet war, dann war Elisa der Mann, der helfen konnte. Elisa teilt das Wasser des Jordanflusses, reinigt das Wasser einer Quelle außerhalb Jerichos, verspricht der unfruchtbaren Schunemiterin einen Sohn und erweckt das Kind auch noch von den Toten. Er nimmt einen vergifteten Eintopf und reinigt ihn von dem Gift; er heilt Naaman von seinem Aussatz, blendet das syrische Militär und führt die Fänger gefangen.

Aber das großartigste Werk vollbringt Elisa – als er tot ist. Die Leiche wird weggeworfen, aber als [der Tote] die Gebeine Elisas berührte, wurde er lebendig und trat auf seine Füße. Die Lage ist aussichtslos, die Niederlage unausweichlich, die Feinde unbesiegbar – aber selbst im Tod sorgt Gottes Prophet für einen grandiosen, unmöglich möglichen Sieg. Die Gebeine des Propheten Elisa sorgen für Sieg in der Auferstehung.

Nun aber – ist ein weit größerer Prophet in unserer Mitte, und weil wir begraben, zugeschüttet, unter der Erde sind, ist er unser Mann. Dieser Prophet teilt den Himmel bei seiner Taufe in zwei, reinigt den Tempel von Unreinheit, erweckt den Sohn der Witwe zu Nain, die Tochter des Jairus und den Lazarus. Er macht das Gift der Pharisäer unschädlich, speist mehr als fünftausend Männer mit fünf Broten und zwei Fischen, heilt Aussätzige, blendet seine Wachen, fesselt den Starken und führt den Fänger gefangen.

Sein größtes Werk tut dieser unser Prophet aber in dem Augenblick seiner scheinbaren Schwachheit. Als der Kampf seinen Höhepunkt erreicht, legt unser Held seine Waffen nieder, Christus opfert sich selbst. Und der Feind stellt jede Vernichtungswaffe auf, die er hat – Judas, Pilatus, Herodes – Dornen, Nägel, Speere – Schimpf, Schande, Spott – Dunkelheit, Schweiß, Blut – ein lauter Schrei – und dann ohrenbetäubende Stille. Es geht zu Ende – gekreuzigt, gestorben und begraben. Schluss, Ende, aus vorbei, es herrscht die Stille, die Dunkelheit, der Tod. Zugeschüttet, eingeschlossen, dunkel –

Aber dann die göttliche Sprengkraft ins Leben! „Jesus Christus ist erstanden!“ – „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ – „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ – „O Tod, wo ist dein Stachel nun“ – „Heut triumphieret Gottes Sohn“ – „Mein Jesus lebt, was soll ich sterben?“ – „Er ist erstanden, Halleluja!“ Keine Spur des Todes bei unserem lebendigen Herrn Jesus Christus. Aber bei uns? Vom Chaos bedrängt, mit Übertretungen und Sünden zugeschüttet, in der Stille schreiend – heute wollen wir mal ein Streichholz anzünden und sehen, mit wem wir begraben sind. Denn wenn wir mit einem Propheten begraben sind, fährt das Leben in uns und wir treten auf unsere Füße!

Und tatsächlich: Röm 6,4 So sind wir ja mit [Christus] begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Und auch Kol 2,12 Mit [Christus] seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Durch das Wasser und das Wort sind du und ich begraben und auferweckt worden mit DEM Propheten, Priester und König des Lebens Jesus Christus. Er macht aus unseren Niederlagen einen unmöglich möglichen Sieg. Und so wird unser zugeschütteter, begrabener Schrei verwandelt in einen getauftes, durchs Blut erkauftes, vergebenes und vom Geist belebtes – endloses – Halleluja! Amen.


Lehrgottesdienst

Gal 5,16-25                                                                                       I.i.

 

„…sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.“ Mit diesen Worten glauben, lehren und bekennen wir, wo Jesus Christus jetzt zurzeit ist. Er sitzt zur Rechten Gottes, des Vaters. Und wo ist der Vater? Er ist im Himmel und sitzt auf dem Thron. Also sitzt Jesus Christus rechts neben ihm auf dem Thron. Ist Gott der Vater aber nicht gleichzeitig allwissend, allmächtig und allgegenwärtig? Ist er nicht überall und deswegen eben auch hier? Wenn Jesus denn neben ihm auf dem Thron sitzt, dann muss er auch hier sein. Was macht Jesus denn mit seinem Körper, wenn er hier ist? Hat Jesus überhaupt noch einen Körper? Und wenn ja – wie kann er denn allgegenwärtig sein?

Warum ist diese Frage überhaupt wichtig? Ihr Lieben, sie ist wichtig, weil Gottes Wort uns sagt, unser Leib wird nach Auferstehung wie Jesu Leib sein. Phil 3: Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe. Weil es um die Frage geht: Was wird überhaupt aus unserm jetzigen Leib – und wie gehen wir damit um? Und wenn der Herr uns zu Haushaltern gemacht hat über die Schöpfung, über unser Leben, über unsere Zeit und unser Hab und Gut – welche Haushalterschaft schulden wir Gott denn jetzt in Bezug auf unseren Leib?

Sehr oft stellen sich Christen den Himmel vor als ein seelisches Leben ohne Leib. Ein Student meinte neulich, „Es fühlt sich nicht richtig an, zu sagen, dass es menschliche Körper im Himmel geben wird, weil der Körper so eng mit Sünde zu tun hat.“ So sahen es auch die alten Griechen, dass der Körper ein Gefängnis ist für die unsterbliche Seele, dass der Körper unsere Freiheit einschränkt und einfach aufgelöst wird, wenn die Seele beim Tod „freigelassen“ wird. Und so ähnlich sehen es die westlichen Gesellschaften bis heute, und ähnlich deswegen auch sehr viele Christen mit europäischem Hintergrund. Bei Christen wird diese Sicht oft noch verstärkt und ausgeprägt durch ihr Verständnis von der Sünde. Sagt nicht die Bibel selbst, dass die Sünden des Fleisches sind: [19-21] Dagegen ist die Frucht des Geistes: [22f.] Aha, so folgert man, „Fleisch“ steht für den menschlichen Körper und seinen Begierden und Lüsten, „Geist“ hingegen für den Heiligen Geist und das Leben im Geist, also das seelische Leben des Christen. Und so steht der Körper im Zusammenhang mit Sünde und die Seele oder der Geist mit Heiligkeit. Und überhaupt verstehen wir in diesem Sinne den Körper als „Fleisch“, als übersexualisiert. Der Körper wird zusammengedacht mit Hunger und Durst und Gier und Begierde, als Quelle der Sünde. Und so stellt sich mancher Christ die Welt vor als eingeteilt in zwei Bereiche – das weltliche ist körperlich, fleischlich, unvollständig, vorläufig, eine Illusion, der Körper ist Sitz der bösen Lüste, und die Seele muss davon befreit werden; das geistliche Leben hingegen ist vollständig, perfekt, losgelöst, erhaben. Das heißt, der Körper ist korrupt und beschmutzt die reine Seele, das innere Dasein des Christen.

Aber, Ihr Lieben, durch diese Vorstellung geraten wir in einen Konflikt mit der Bibel und dem Bekenntnis der Kirche. Denn die Schrift lehrt eindeutig, dass Jesus Christus leibhaftig auferstanden ist, d.h. mit einem Körper, dass die Jünger seinen Körper gesehen haben, berührt haben, dass Jesus mit ihnen gegessen hat, und dass der Herr unseren Leib eines Tages verwandeln wird, dass er sein wird wie Jesu Leib schon ist. Wir bekennen sogar: „Ich glaube… an die Auferstehung des Fleisches“. Was heißt das? Es heißt, dass wir anerkennen, dass Jesus Christus leibhaftig, mit neuem Körper auferstandenen ist und für alle Ewigkeit mit und in einem unsterblichen menschlichen Körper lebt. Jesus heiligt dadurch den menschlichen Körper für die Ewigkeit. Zweitens heißt es, dass wir unseren eigenen Körper ansehen als festen und heiligen Bestandteil unseres christlichen Lebens. Die Werke des Fleisches sind eben nicht nur Saufen und Fressen uns Unzucht, sondern auch „geistliche“ Sünden wie Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Neid usw. Was die Bibel als „Fleisch“ beschreibt, bedeutet, nach den Standards der Sünde zu leben, sei es mit dem Körper, mit dem Herzen oder mit dem Verstande. Nach dem „Geist“ zu leben bedeutet hingegen, nach Gottes Standards zu leben – ebenfalls mit Verstand, Herz und Körper.

Wieso hätte Jesus Mensch werden zu brauchen, wenn er am Ende den Körper wie einen Anzug aus Fleisch wieder ausziehen wollte, oder wenn wir das täten? Wir wissen eben, dass das Leben mit dem Tod nicht aus ist, weder für die Seele noch für den Körper. Der Kirchenvater Augustin schreibt: „Es war nicht das verderbliche Fleisch, das die Seele sündig machte; es war die sündige Seele, die das Fleisch verderblich machte.“ Nein, Ihr Lieben, das christliche Leben ist ein Leben nach Gottes Willen auf allen Ebenen der Existenz. „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib [Körper] ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“ (1. Kor 6,19f.)

Als Gottes Haushalter ehren wir unsere Körper als Wohnungen Gottes, und deswegen preisen wir ihn, Gott, unseren Herrn, unseren Erretter, unseren König, mit unserem Leibe. Wie sieht so ein Leben aus? Es ist ein Leben, in dem alle Begierden des menschlichen Fleisches Gottes Willen untergeordnet werden und von ihm geheiligt werden, ein Leben, das Gott ehrt und ihm zur Ehre lebt. Der Christ übt gute Haushalterschaft über seinen Körper aus, indem

  • er ihn nicht zur Fresserei hingibt. Der Christ ist maßvoll in seinem Essen und erlaubt es dem Leib nicht, zu diktieren und bestimmen, wieviel Nahrung gut ist und wozu er alles ein Recht hat. Der Christ trachtet stattdessen danach, möglichst maßvoll und gesund zu leben, damit er seiner Verantwortung als Haushalter in Haus und Beruf nachkommen kann;
  • er sich nicht dem Saufen hingibt. Auch der Alkohol gehört an sich zu Gottes guten Gaben. Aber der Alkoholgenuß bleibt maßvoll. D.h., man besäuft sich nicht oder trinkt so viel, dass man die Beherrschung verliert über das, was man sagt oder tut. Wenn der Alkoholgenuß das Verhalten des Christen bestimmt, ist er zum Abgott geworden;
  • er nicht Drogen nimmt und seinem Körper dadurch schadet und zur Sucht verführt, damit er nicht selbst darunter kaputtgeht, Gottes Gebote für ein verantwortliches Leben misachtet oder seiner Familie Schaden tut;
  • seine sexuellen Begierden ihn in die Ehe treiben und ihn die Liebe zu Ehepartner – und nicht zur Hurerei, zum Ehebruch, zur Pornographie und zur Selbstbefriedigung. Stattdessen übt der Christ seinen Körper im Dienst am Herrn, empfängt seine Freude, wo Gott sie gibt und bittet Gott, die Früchte des Geistes in seinem Körper zum Tragen zu bringen. Amen.

Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 1. Petrus 1, 3

Introitus – Nr. 32 (1. Petrus 2, 2; Psalm 81, 2)

Epistel

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit

1. Petrus 1, 3 – 9

Evangelium

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! [Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.]

Johannes 20, 19 – 29 [30 – 31]


  • liturgische Farbe: weiß
  • Festzeit: Österliche Freudenzeit
  • Wochenspruch: 1. Petr 1,3
  • Wochenpsalm: Ps 116
  • Eingangspsalm: Ps 118
  • Epistel: 1. Pet 1,3-9
  • Evangelium: Joh 20,19-29
  • Predigttext: Joh 21,1-14
  • Wochenlied: 102

Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).


  • I(Evangelium): Joh 20,19-29
  • II: 1. Pet 1,3-9
  • III: Joh 21,1-14
  • IV: Kol 2,12-15
  • V: Mk 16,9-14 (15-20)
  • VI: Jes 40,26-31