17. Sonntag nach Trinitatis (Freiheit eines Christenmenschen) – 2022

  1. Sonntag nach Trinitatis 2022 (Kirchdorf)

Gnade sei mit uns, und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn, Jesus Christus. Amen.

Text: Römer 10, 9 – 17

9Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. 10Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. 11Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“ 12Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. 13Denn „wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden“ (Joel 3,5). 14Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? 15Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht (Jesaja 52,7): „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!“

16Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht (Kapitel 53,1): „Herr, wer glaubt unserm Predigen?“ 17So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Lasst uns beten: Lieber Gott, himmlischer Vater, wir danken dir ganz besonders, dass wir jedes Jahr unsere Kinder hier vor deinen Altar bringen dürfen, damit sie in deinem Namen und von dir gesegnet werden! Hab Dank, dass wir, als Gemeindeglieder, alle auch einmal dort gestanden haben, und uns zu dir und deinem Wort bekannt haben. Herr, wir bitten, mach auch uns alle immer wieder zu Leuten, die deinen Namen fröhlich in dieser Welt bekennen! Herr, komm‘ und weck auch heute aufs Neue den Glauben in uns, durch den wir gerettet werden. Amen.

Im Namen Jesu, liebe Gemeinde

In der Zeit nach dem Trinitatisfest, geben die Sonntage mit ihren unterschiedlichen Themen uns ab und zu die Gelegenheit, um an etwas Besonderes aus dem Leben der Kirche zu denken. So hat der 6. Sonntag nach Trinitatis z B offiziell das Taufgedächtnis zum Thema. Und am 7. Sonntag nach Trinitatis dreht sich alles um das Heilige Abendmahl. Und so könnte man heute durchaus, an Hand von der Epistellesung, diesen Sonntag einmal als Konfirmationsgedächtnis feiern. Das wäre, in sich selbst, auch schon mal etwas Gutes, weil es sich ja am eigentlichen Tag der jährlichen Konfirmation immer alles um die Konfirmanden des Jahres, und um ihre Eltern, ihre Paten und Verwandten, dreht.

Ab und zu kommen die sog. „Goldenen Konfirmanden“ noch einmal in den Blick, aber alle anderen, die vor oder nachdem konfirmiert wurden, werden nie wieder offiziell genannt. Und trotzdem kann man aus unsrer Gemeindeliste erkennen, dass da unter uns mindestens 12 Gemeindeglieder sind, die vor 70, oder sogar schon vor mehr 70 Jahren, konfirmiert wurden!

Ihr Lieben, obwohl es uns nirgends in der Bibel direkt vorgeschrieben wird, dass wir konfirmiert werden müssen, ist dies doch ein Tag, der für uns alle viel bedeuten kann, und es auch sollte! Deswegen ist es zu Anfang wohl nötig, dass wir uns wieder einmal sagen lassen sollten, was die Konfirmation eigentlich ist, und was sie bedeutet! In dem Unterrichts- und Lernmaterial das wir zurzeit in unserer Gemeinde benutzen, steht auf der Seite 167 folgendes: „Die Konfirmation macht dich wieder auf deine Taufe aufmerksam, als Gott dich zu seinem Kind und Erben gemacht hat. Die Konfirmation ergänzt, erneuert oder ersetzt aber nicht die Taufe! Im Gegenteil, weil du Gottes Wort jetzt besser kennst, bist du durch den Unterricht weiter in deine Taufe hinein gewachsen!“

 „Bei deiner Konfirmation bekennst du dann persönlich den Glauben auf den du getauft wurdest und versprichst selber, dass du treu in diesem Glauben leben wirst! Weil du durch die Taufe ein Kind Gottes geworden bist, und das denn auch öffentlich bekennst, bietet Gott dir nun den großen Segen der Teilnahme an seinem Heiligen Abendmahl an. Er lädt dich von dem Tag an immer wieder zu diesem Fest ein, weil du, wie alle Christen für ihn ein besonderes Mitglied seiner heiligen Gemeinde bist!“

Liebe Gemeinde, aus dieser Beschreibung kann man erkennen, dass die Konfirmation für uns Christen etwas ganz Besonderes sein will! Und deshalb feiern wir sie auch jedes Jahr mit  einem Festgottesdienst! Man könnte die Konfirmation vielleicht auch vergleichen mit dem weltlichen Bild, von dem Tag, an dem man den Führerschein oder „License“ zum Autofahren bekommt! Das ist ein wunderbares Gefühl der Freiheit und der Selbstständigkeit, worauf die meisten jungen Leute kaum noch warten können! Wer seinen Führerschein hat, darf selber beschließen wohin, auf welcher Straße, gefahren werden soll, usw.!

Aber als Fahrer trägt man dabei auch sehr viel Verantwortung! Da sind Regeln, auf die man achten muss, und man muss auch die ganze Zeit aufpassen, was die anderen Leute auf der Straße machen, wenn man selber heil ans Ziel kommen will! Deshalb ist das Autofahren oft doch nicht so leicht und wunderbar, wie man sich das zu Anfang vorstellt! Und es wird auch noch schwerer, besonders, wenn man den Weg und die Gegend wohin man fährt, nicht so gut kennt!

So bekommt man bei der Konfirmation als junger Christ auch schon einen Teil der geistlichen Freiheit und Selbstständigkeit! Der formelle tägliche Unterricht hört auf, und als Pastor und  Gemeinde hoffen wir dann, dass die neu konfirmierten Kinder das, was gelernt wurde nicht vergessen, oder einfach so ignorieren werden! Nein! Man hofft, dass es mitgenommen wird auf den Lebensweg und, dass sie dann auch so leben werden, wie Gott es uns in den Geboten vorgeschrieben hat! Diese Hoffnung wird aber leider des Öfteren, durch eigene Unverantwortlichkeit derer, die alle einmal konfirmiert wurden, enttäuscht!

Ihr Lieben, genau wie beim Autofahren kommt da nämlich mit der neuen, geistlichen Freiheit auch die Verantwortung! Als junge Leute haben wir alle von dem Tag der Konfirmation an, langsam immer mehr die Verantwortung für unser eigenes geistliches Leben übernommen! Wir alle mussten seitdem, wie beim Autofahren darauf achten, was wir tun und lassen sollten, damit unser Leben auch auf dem rechten Weg, zu Gott in den Himmel, bleiben konnte!

Unsre Eltern waren auch noch für einige Jahre mit dabei, und haben uns hoffentlich begleitet und geholfen, besonders wenn wir unsicher waren! Und sie haben uns auch hoffentlich immer mit in den Gottesdienst gebracht, wo der Heilige Geist weiter an uns arbeiten konnte! Das ist aber leider in manchen Fällen, leider viel zu selten geschehen! Irgendwann mussten wir dann aber dennoch alle lernen, dass niemand für einen anderen Menschen glauben kann! Das muss jeder Mensch für sich selber tun! Und, wir müssen auch immer wieder beachten, dass der Lernprozess im Leben eines Christen nie aufhört! Christsein bedeutet für uns alle, die Eltern und Großeltern eingeschlossen, ein ständiges Lernen, auf Englisch gesagt, „life-long learning!“

Liebe Gemeinde, wenn wir nun zu unserem Text zurückkommen, dann sehen wir, dass uns hier viele Dinge gesagt werden, die wir in unserem Leben als konfirmierte Christen beachten müssen und tun sollten! Das soll uns allen heute wieder einmal besonders ins Gedächtnis gerufen werden. Gleich in den ersten Versen lesen wir: 9Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. 10Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. 11Denn die Schrift spricht (Jesaja 28,16): „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“ Das sollten wir alles, seit unserer Konfirmation, ganz genau wissen, und auch danach handeln!

Als konfirmierte Christen sollen wir an unseren Herrn, Jesus Christus, als den gekreuzigten und auferstandenen Erlöser glauben, und dieses auch öffentlich bekennen! Das, was wir im Konfirmandenunterricht, und auch danach noch gelernt haben, will uns zu solchem Glauben an unseren Heiland bringen und uns darin erhalten! Durch die Kraft des Heiligen Geistes, der durch Gottes Wort und das Heilige Abendmahl an uns abreitet, will Gott unseren Glauben wachsen lassen, damit er dadurch auch stark, und immer wieder gestärkt werden kann! Das kann aber nur geschehen, wenn man sich sehr regelmäßig daran beteiligt! So sagt es uns unser Text im letzten Vers, nämlich: 17So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“

Liebe Gemeinde, Glauben und Bekennen sind nämlich keine Werke, die wir aus uns selbst tun können oder müssen! Der Glaube an Jesus Christus, wie er in unserem Text beschrieben steht, ist nicht nur ein frommes Gefühl der Emotion, das durch allerlei frommes Gedudel bei den Menschen im Gemüt entsteht. Nein! Glauben und Bekennen sind Geschenke, die Gott uns durch seine Gnadenmittel, unter der Wirkung des Heiligen Geistes gibt! Der hilft uns, damit wir in unserem Leben diesen Glauben an seinen Namen dann auch in der Welt bekennen können! So haben wir es im Konfirmandenunterricht gelernt, und dabei sollen wir bleiben! Und wir sollen auch unsren Kindern und Großkindern durch Gebet und Unterricht helfen, damit auch sie zu dieser Glaubensbasis für ihr Leben kommen können!

Man hört es leider öfter mal, dass da zu jemandem, entweder als Ermahnung, oder auch als Trost, gesagt wird: „Du musst nur glauben! Dann wird schon alles wieder recht kommen!“ Oder auch umgekehrt: „Weil du nicht genug geglaubt hast; Weil dein Glaube nicht stark genug ist, bist du nun von dieser oder jener Krankheit nicht geheilt worden!“ Ihr Lieben, solche Aussagen machen aber aus dem Glauben ein Werk, das die betroffenen Personen nun tun müssen, damit die Sachen wieder „recht kommen“ können! Und manch ein Mensch ist durch solche, fromm gemeinten Ratschläge, schon in schwere Verzweiflung geraten!

Wie wir es nämlich eben gerade, andeutungsweise, gehört haben, ist das „glauben müssen“ für uns sogar ein Ding der Unmöglichkeit! Wir können aus uns selbst gar nicht glauben, und wegen unserer sündlichen Natur, wollen wir es eigentlich auch gar nicht! Wir können deshalb nur um solchen Glauben bitten, und immer wieder dahin kommen, wo Gott uns diesen Glauben schenken und erhalten will! Und das ist hier im Gottesdienst, hier an seinem Altar, und zu Hause in der täglichen Andacht und im Gebet im Kämmerlein! Da kommt unser Herr und hilft uns, dass wir mit unserem „Lebensauto“ nicht in Unglück und Schaden kommen! Da zeigt er uns den rechten Weg, der zur ewigen Seligkeit führt! Und, durch den regelmäßigen Kontakt mit ihm, fahren wir dann, sicher und behütet, ihm entgegen, wo er an der Himmelstür auf uns wartet!

An dieses alles sollen wir auch an jedem Sonntag, durch das Sprechen oder Singen des Konfirmationsbekenntnisses, wieder erinnert werden. Dadurch sollen wir auch immer wieder ermutigt und gestärkt werden, um auf unserem Lebensweg im Glauben, und unter Gottes Segen, fröhlich weiterzugehen! Wir wissen zwar nicht Tag und Datum, an dem wir das Ziel erreichen werden! Aber wir wissen ganz genau, wo dieses Ziel ist, und wer uns da erwartet! Deshalb haben wir, als Christen, keine Angst! Und weil wir das von Herzen glauben, wollen wir es auch mit unserem Mund und durch unser Auftreten, öffentlich bekennen! Amen.

Wir beten: Herr Jesus Christus, bei der Taufe hast du uns als deine Kinder angenommen und uns zu Gliedern an deinem Leib werden lassen. Bei der Konfirmation ist uns dieses Geschenk wieder neu bestätigt worden! Nun bitten wir dich, gib, dass wir auch alle, als Glieder an deinem Leib, weiterhin aktiv im Glauben und im Bekennen werden und bleiben können! Segne du deine Kirche immer wieder aus dem Reichtum deiner Gnade! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.


Lehrpredigt zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 2022 – Kirchdorf

Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater, und unserem Herrn, Jesus Christus. Amen.

Text: 1. Mose 1, 28a: Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan.

Lasst uns beten: Unser lieber Schöpfer, Gott Vater im Himmel, wir danken Dir, dass du alles so wunderbar geschaffen hast, und uns dazu eingesetzt hast, um dieses alles zu gebrauchen, zu genießen und zu verwalten. Gib uns dazu immer wieder deines Heiligen Geistes Kraft, damit wir dann auch alles, nach deinem heiligen Willen, richtig machen können. Komm lieber Herr, und segne jetzt unser Reden und unser Hören. Amen.

Im Namen Jesu, liebe Gemeinde

Das für heute angekündigte Thema heißt: Der Gebrauch von Schwangerschaftsverhütungs-mitteln. Dadurch ist diese Predigt eigentlich sehr eng mit den Lehrpredigten der vorigen beiden Sonntage, dem 14. und auch dem 15. Sonntag nach Trinitatis, verknüpft! An diesen vorigen zwei Sonntagen, ging es einmal um die Abtreibung, und dann um die künstliche Befruchtung. Wer diese beiden Predigten verpasst hat, sollte sie sich jedenfalls mal im Nachhinein, auf dem YouTube Kanal der Gemeinde anhören! Allerdings ging es dann aber doch bei diesen beiden Predigten auch um total entgegengesetzte Dinge, nämlich erstens einmal darum, um bei Schwierigkeiten des Empfängnisses, dennoch eine Schwangerschaft einzuleiten. Und zweitens, um eine sog. ungewollte Schwangerschaft einfach gewalttätig zu beenden. Heute geht es nun darum, um eine Schwangerschaft von vornerein ganz und gar zu verhüten.

Ihr Lieben, ganz abgesehen davon, dass eine Abtreibung nach Gottes 5. Gebot, Mord ist, und sie deshalb in der Regel für uns verboten ist, geht es heute, genau wie vor zwei Wochen auch ganz bewusst darum, dass wir wissen müssen, dass diese Praktiken, wie sie in diesen Predigten besprochen werden, ausschließlich innerhalb der, vor Gott geschlossenen Ehe, angewendet werden dürfen. Es gibt für uns Christen also nicht so etwas, wie es oft da draußen in der, zum großen Teil, gottlosen Welt passiert, wo Mütter ihre jungen Töchter einfach „auf die Pille tun“ und wodurch sie ihnen, unter dem Einfluss des Teufels, damit dann sozusagen, die Erlaubnis zur sexuellen Bandenlosigkeit geben! Und wenn auch das ‚Department of Health‘ in unserem Land weit und breit freie Kondome verteilt, dann bedeutet das längst nicht, dass auch unsere jungen Leute davon Gebrauch machen dürfen!

Ihr lieben jungen Leute, dort oben auf der Prieche, sollt wissen, dass junge Leute, mit denen ihr es, außerhalb der Gemeinde zu tun habt, oft mit solchen Sachen zugerüstet sind, und dass sie diese auch, mindestens zum Teil, gerne anwenden wollen! Bitte denkt daran, dass für euch und für uns alle, Gottes 6. Gebot immer noch gilt, nämlich: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. Wohl gemerkt: wir sollen allesamt keusch und züchtig leben in Worten und Werken, ob wir nun bereits verheiratet sind, oder noch nicht!

Liebe Gemeinde, wenn wir nun zu unserem heutigen Thema kommen, dann stellt sich uns als Christen, erstens die Frage, ob wir denn grundsätzlich Schwangerschaftsverhütungsmittel überhaupt gebrauchen dürfen? Die Antwort darauf finden wir in Literatur, die unter Aufsicht der Lehrkommission der Missouri Synode, der sog  CTCR, herausgegeben wurde. Dort heißt es ganz ausdrücklich, dass in der Bibel, die zeitweilige Verhütung von Schwangerschaften, nicht verboten wird. Die Methoden dazu reichen von der gemeinsam beschlossenen geschlechtlichen Enthaltsamkeit der Eheleute für die Periode in jedem Monat, wenn die Eizelle bei der Frau freigestellt wird, bis hin zu dem täglichen nehmen einer hormonbasierten Pille durch die Frau.

Bei dieser letzten Methode gibt es dann aber auch eine Einschränkung, die man als Christ auf alle Fälle berücksichtigen muss! Es gibt nämlich zwei unterschiedliche Wirkungsbereiche dieser Pillen. Einmal, und das ist auch zum Glück die bei Weitem meist verschriebene Pille, wird grundsätzlich die Befruchtung der Eizelle verhütet. Diese Pille, kann man als Christ freimütig gebrauchen! Dann gibt es aber auch die Möglichkeit, eine Pille zu nehmen, die die Einpflanzung einer bereits befruchteten Eizelle, sprich, eines bereits geformten Embryos, verhütet. Und das ist dann effektiv eine Abtreibung, die mindestens für uns Christen, nicht in Frage kommen kann! Deshalb müssen christliche Ehepaare, die sich solche Verhütungs-methoden überlegen, diese Sachen jedenfalls in genauen Einzelheiten mit ihrem Arzt besprechen!

Liebe Gemeinde, in der obengenannten Literatur der Missouri Synode wird dann aber auch davor gewarnt, dass solche Verhütungsmethoden nicht auf Dauer gebraucht werden sollten, nur weil ein Ehepaar grundsätzlich keine Kinder bekommen will. Es wird auch genannt, dass man sich nicht aus diesem Grund, gleich am Anfang der Ehe schon durch operative Eingriffe permanent sterilisieren lassen soll. Mit solchen Entschlüssen begibt man sich nämlich in einen Bereich, der gegen Gottes Schöpfungsordnung geht, nämlich: 1. Mose 1, 28a: Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch.

Dann wird da zuletzt in der genannten amerikanischen Literatur auch noch darauf hingewiesen, dass die zeitweilige Verhütung von Schwangerschaften, wodurch auch die Kinderzahl in den Familien, und dadurch auch die Bevölkerungszahl im Land und in der Welt, eingeschränkt wird, mit zur verantwortlichen Verwaltung der Schöpfung Gottes gehört, wie wir sie aus unserem Text verstehen, nämlich: Macht euch die Erde untertan!.

Ihr Lieben, Gott hat in allen Bereichen seiner Schöpfung gewirkt, von seinen Geboten und Anweisungen zur Lebensführung für uns Menschen, bis hin zu den sog Gesetzen der Natur. Er hat das alles ganz genau geregelt, und deshalb hat alles, was wir tun, auch immer seine Folgen. Wenn z B die medizinische Wissenschaft, durch menschliches Können, sich verbessert, dann hat das als Folge, dass weniger Kinder an allerhand Krankheiten sterben, dass die Menschen länger leben und, dass deshalb die Weltbevölkerung immer größer wird. Das hat z B wieder als Folge, dass die Armut zunimmt, und dass dann die Geburtsrate ebenfalls steigt, so dass die Essensversorgung nicht mehr ausreicht, der Wohnplatz anfängt knapp zu werden, usw. und so fort.

Das sind dann aber alles Probleme, die durch menschliches Auftreten entstanden sind, und deshalb können wir nicht den Allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde dafür blamieren! Die Frage: wie, oder warum hat Gott das zugelassen, ist deshalb auch nicht mehr gültig. Wir werden durch unsre Fehler auch nicht das Weltende verfrüht herbeiführen, wie die Klimaaktivisten es z B befürchten! Nein! Wir werden unseren Nachkommen dadurch höchst wahrscheinlich nur das Leben hier auf dieser Erdkugel immer ungemütlicher machen! Aber, wann das Ende kommt, das liegt allein in Gottes Hand!

Möge Gott es deshalb geben, dass die Menschheit auf breiter Ebene, sich wieder zu ihm bekehrt, und sich an seine Regeln und Gebote halten wird! Uns alle, die wir ihn noch kennen und an ihn glauben, wolle er gnädiglich bei seinem Wort und Sakrament erhalten, bis das er uns zu sich in den Himmel holen wird. Amen.

Wir beten:Sollt aber dein und unser Feind, an dem, was dein Herz gut gemeint, beginnen sich zu rächen, ist das mein Trost, dass seinen Zorn, du leichtlich könnest brechen!“ (LG 456, 9) Dazu hilf uns, lieber himmlischer Vater!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsre Herzen und Sinne in Christus Jesus, zum ewigen Leben. Amen.

 


17. Sonntag nach Trinitatis (Freiheit eines Christenmenschen)

Wochenspruch
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1. Johannes 5, 4b

Introitus – Nr. 58 (Psalm 86, 9 u 5)

Epistel

Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet. Denn die Schrift spricht: „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.” Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn „wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden.” Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!” Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: „Herr, wer glaubt unserm Predigen?” So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Römer 10, 9 – 17

Hauptlied
Such, wer da will, ein ander Ziel 285

Evangelium

Jesus ging weg von Genezareth und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Matthäus 15, 21 – 28


16. Sonntag nach Trinitatis (Der starke Trost) – 2020